Schulen sehen Vernetzung mit FH positiv
(red). Das Bemühen der Fachhochschule Bingen um eine stärkere Vernetzung mit den Schulen der Region trifft dort auf rege Resonanz, teilt die FH mit.
Vergangene Woche waren 100 Schüler von fünf Berufsoberschulen der Region zum Schnupperkurs Mathematik bei Professor Dr. Dieter Kilsch zu Gast und in dieser Woche führten 24 Schüler des Stefan-George-Gymnasiums (SGG) im Biotech-Labor der FH mit Professorin Dr. Marianne Krefft Versuche zur Gentechnik durch. An einem Modellbakterium übten die Schüler die Übertragung eines fremden Gens und erfuhren von Professorin Dr. Antje Krause, wie in der Bioinformatik die Ergebnisse der Labortests am Computer für Analysen und Diagnosen aufbereitet werden.
Diese Verknüpfung von schulischem Lernstoff und praxisrelevanter Umsetzung verfolgt auch Mathematik-Professor Kilsch in seinem Kurs: Er will mit den Schülern Unterrichtsstoff vertiefen und mit Lösungsansätzen und Anwendungsfeldern der Mathematik Interesse an dieser Disziplin wecken. Noch anwendungsbezogener wird er dann in seinem Workshop "Seilkurve" mit besonders pfiffigen SGG-Schülern arbeiten. Am Beispiel der Berechnung der Kurve eines durchhängenden Seils wird Theorie konkret: Differentialgleichungen mit hyperbolischen Funktionen, zur Lösung konkreter Probleme des technischen Alltags angewandt. "Wir wollen mit solchen Aktionstagen für technische und naturwissenschaftliche Studiengänge begeistern und zeigen, wie spannend die von manchen ungeliebte Mathematik sein kann", sagt Kilsch. Nach der positiven Erfahrung aus der Binger Nacht der Wissenschaft arbeitet er nun zum ersten Mal mit Oberstufenschülern. "Der Ausbau unserer Kontakte zu Schulen in der Region liegt mir sehr am Herzen", bekennt Prof. Dr. Klaus Becker, als FH-Vizepräsident und designierter Präsident verantwortlich für den Bereich Studium und Lehre. Der regelmäßige Austausch mit den Lehrern und das Interesse an Schnuppertagen für Schüler zeige, dass davon Schüler, Lehrer und die Hochschule profitieren: Schüler entwickeln ein Gefühl für die praktische Umsetzung des theoretisch erarbeiteten Stoffs unter Laborbedingungen, die es an der Schule nicht gibt. Die FH will Schüler vor Ort zum technischen oder naturwissenschaftlichen Studium motivieren und berufliche Perspektiven aufzeigen. Deshalb will Becker solche Angebote ausbauen.

