Stefan-George-Gymnasium veranstaltet Benefizaktion/Besucher können sich typisieren lassen
Am Freitag, 30. Januar, ist ab 18 Uhr im Rheintal-Kongress-Zentrum eine Benefizaktion zu Gunsten der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Der Eintritt ist frei. Veranstalter ist das Stefan-George-Gymnasium (SGG). Die AZ befragte Initiator Rudolf Müller.
Herr Müller, wie kamen Sie darauf, eine solche Benefizveranstaltung zu organisieren?
Müller: Am 5. Dezember 1990 wurde bei mir die Krankheit Akute Lymphatische Leukämie, genannt C-ALL, festge-
Interview
stellt. Eine sehr lange Behandlung mit Chemo-Therapie und Bestrahlung rettete mir das Leben. Ein junger Mann, den ich im Krankenhaus kennen lernte, starb, weil für ihn nicht rechtzeitig ein Knochenmark-Spender gefunden wurde, obwohl seine Eltern einige Typisierungsaktionen organisierten und Spenden sammelten. Sie und einige Patienten gründeten daraufhin die Leukämiehilfe Rhein-Main, deren Mitglied und Leiter einer Untergruppe in Bingen ich bin.
Welche Ziele hat sich Ihre Organisation vorgenommen?
Müller: Wir haben schon Typisierungsaktionen zum Sammeln von Knochenmarkspenderdaten gestartet, Informationsveranstaltungen organisiert oder örtliche Selbsthilfegruppen gebildet. Außerdem möchten wir Informationen vermitteln, damit die Leute wissen, was Leukämie bedeutet, und wie man helfen kann. Außerdem haben wir von den Spendengeldern schon Betten für die Uniklinik angeschafft.
Was wird die Besucher der Benefizveranstaltung erwarten?
Müller: Die DKMS regte im Jahr 2008 zu einem Schulprojekt zum Thema "Leben spenden macht Schule" an. Dafür konnte ich einige Biologie-Kurse des SGG gewinnen, die im Unterricht das Thema Knochenmark- und Stammzellenspende bearbeiteten. Die Ergebnisse sollen präsentiert werden. Begleitend gibt es ein Musikprogramm verschiedener Gruppen der Schule. Außerdem wird ein ehemaliger Schüler da sein, der durch seine Knochenmarkspende vor kurzem ein Menschenleben gerettet hat. Auch eine ehemalige Leukämie-Patientin und Knochenmark-Empfängerin wird über ihre Erfahrungen sprechen.
Was können die Besucher selbst tun?
Müller: Die Besucher können sich vor Ort typisieren lassen. Dr. Klaus Majer vom Heilig-Geist-Hospital und ein Arzt des Transplantationszentrums Mainz berichten über die Praxis der Transplantationsmedizin. Andere Binger Ärzte und Mediziner des Gesundheitsamtes Mainz führen die Typisierungen durch. Jede Typisierung kostet 50 Euro. Die Schüler müssen dafür nichts bezahlen, denn ich habe mittlerweile 9000 Euro Spenden gesammelt. Wir hoffen natürlich, dass zahlreiche Eltern mitkommen, die sich eine Typisierung leisten können und Geld spenden, damit die Aktion finanziert werden kann, denn die DKMS arbeitet ausschließlich gemeinnützig, ist also auf Spenden angewiesen. Schirmherren sind Landrat Claus Schick, der als Spender bereits registriert ist, und Dr. Peter Frey vom ZDF-Hauptstadtstudio, ehemaliger SGG-Schüler.
Was muss man bei der Knochenmark- und Stammzellenspende beachten?
Müller: Spenden ist erlaubt von 17 bis etwa 55 Jahren. Man darf nicht krank sein und kein Alkohol im Blut haben. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.sgg-bingen.de.
Das Gespräch führte
Alexandra Heber

