Viprinet lässt Krise hinter sich
12.07.2012 - BINGEN
Von Erich Michael Lang
ROUTER-HERSTELLER Unternehmen firmiert um und entgeht den Folgen einer Insolvenz
Große Erleichterung in der Belegschaft des Router-Herstellers Viprinet an der Mainzer Straße. Das Insolvenzverfahren konnte sozusagen in letzter Minute abgewendet werden (wir berichteten).
Die Nachricht von den Problemen des Binger Unternehmens überraschte zunächst auch deshalb, weil Viprinet mit seinen 30 Mitarbeitern und 3,4 Umsatzmillionen eine glänzende Entwicklung genommen hatte. So waren für die Krise auch eher unternehmensrechtliche Gründe ausschlaggebend.
Streit der Gesellschafter
Wie Pressesprecherin Sylvia Bischof mitteilt, ist es letztlich gelungen, einen jahrelang schwelenden Streit zwischen zwei Gesellschafter-Lagern der alten Viprinet GmbH zu beenden. Die Gründer warfen dabei einem später hinzugekommenen Finanzinvestor vor, dass dieser versucht habe, das Unternehmen zu zerschlagen, um das geistige Eigentum in die USA verschieben und die Arbeitsplätze nach China verlagern zu können. Mit der Übertragung des Betriebs auf eine neue Gesellschaft sollen entsprechende Auseinandersetzungen und Störmanöver nun der Vergangenheit angehören.
„Die neue Gesellschaft wird alle Produkte mit unveränderten Bezeichnungen weiter vermarkten und sich mit neuem Elan in die Weiterentwicklung der genialen Viprinet-Technologie stürzen. Viele Kunden warten ungeduldig auf die Realisierung innovativer Anbindungsprojekte, jetzt hat die Mannschaft bei Viprinet endlich wieder den Kopf frei für diese Aufgaben“, so Bischof.
Zermürbender Zwist
„Es war höchste Zeit, die zermürbende Auseinandersetzung endlich zu beenden - das von Firmengründer Simon Kissel beantragte Insolvenzverfahren über das Vermögen der Viprinet GmbH hat als Schutzschirm diesen Weg aus der Gesellschafterkrise erst ermöglicht“, so Achim Lanser, Marketing Manager der Viprinet GmbH. „Jetzt geht die Erfolgsgeschichte erst richtig los“, verspricht der neue wie alte Geschäftsführer Simon Kissel, „wir alle sind hoch motiviert und fokussieren uns jetzt zu 100 Prozent darauf, die weltweite Marktführerschaft von Viprinet weiter auszubauen.“ Dabei seien in den nächsten Monaten am Standort Bingen Investitionen in Millionenhöhe und Neueinstellungen geplant.
Da alle Mitarbeiter geschlossen zur neuen Gesellschaft gewechselt haben, ändert sich für die Kunden von Viprinet nichts, alle Ansprechpartner bleiben bestehen. Die neue Gesellschaft hat auch alle Gewährleistungs- und Garantieverpflichtungen der alten Viprinet GmbH übernommen. Die neue Gesellschaft firmiert als Viprinet Europe GmbH.


