Verein sieht Brücke als überflüssig an
28.06.2012 - BINGEN
(red). Der Verein 24 Stunden Fährbetrieb am Rhein erachtet eine Brücke zwischen Bingen und Rüdesheim für überflüssig. Zu den wieder aufkommenden Forderungen nach einer Rheinbrücke erklärt Günter Lang, Schriftführer des Vereins, dass der Erhalt und Ausbau der sechs Fährübergänge, ein rund um die Uhr Fährbetrieb an mindestens einem Standort und eine Kostenfreiheit für die Überfahrt mehr Sinn als eine Brücke mache. „Es ist zwar richtig, dass es auf knapp 90 Kilometern zwischen Mainz und Koblenz keine Brücke über den Rhein gibt, jedoch bieten sechs Fähren die Möglichkeit der Flussquerung. Alleine im engeren Einzugsbereich von Bingen und Rüdesheim sind an drei Stellen Fährverbindungen vorhanden“, so Lang.
Fähren würden bei einem Brückenbau eingestellt werden. Dies wäre eine enorme Verschlechterung der Rheinquerungsmöglichkeit. Die einseitige Bevorzugung des motorisierten Verkehrs durch eine zentral gelegene Brücke nähme Fußgängern, Radfahrern und auch Bahnreisenden die Möglichkeit dezentral die Rheinseite zu wechseln. Ankommen auf der einen Rheinseite und Weiterreisen auf der anderen Rheinseite gingen durch den Bau einer Brücke zweifellos verloren. „Bei gelegentlich vorkommenden Sperrungen einer Bahnstrecke war dies schon häufig sehr hilfreich“, so Lang.
Auswirkungen auf Tourismus
Berufstätige, die von Oestrich nach Ingelheim wollen, verlören die Möglichkeit des kurzen Weges und würden durch längere Strecken mit Zeitverlusten und höheren Kosten benachteiligt. Auf den Tourismus hätte ein Wegfall der Fähren sehr nachteilige Auswirkungen. Alle Reiseführer, in denen damit geworben wird, dass jederzeit am Mittelrhein die Rheinseite mit Fähren gewechselt werden kann, verlören mit einem Brückenbau nach Ansicht des Vereins ihre Gültigkeit. Events wie Tal Total, Wandern auf dem Rheinsteig und dem Rheinburgenweg, Skatertouren verlören an Attraktivität. Erforderlich ist aus Sicht des Vereins eine Verbesserung des Zugangs zur Fähre in Oestrich und in Niederheimbach. An beiden Fährzugängen ist es derzeit nicht möglich, große Fahrzeuge mitzunehmen.
„Den eine Brücke einfordernden Politikern muss es endlich klar werden, dass sie nicht nur gegenüber den motorisierten Verkehrsteilnehmern eine Verantwortung zu erfüllen haben, sondern allen Gesellschaftsschichten dienen sollten. Dazu zählen vor allem Kinder, Jugendliche und auch viele ältere Menschen“, so Lang abschließend.


