FWG Bingen distanziert sich von Äußerungen des Fraktionschefs
27.01.2012 - BINGEN
Von Helena Sender-Petry
Entschieden distanzieren sich die Vorsitzenden der Freien Wähler Bingen, Hans-Jürgen Klöckner und Herbert Link, von den Äußerungen Wolfgang von Strambergs, Fraktionschef der FWG im Stadtrat (die AZ berichtete).
„Die beiden OB-Kandidaten mit ‚Gift und Galle‘ zu vergleichen, ist nicht unser Stil.“
Besser sei es, sich mit den politischen Inhalten zu befassen, sich mit Thomas Feser (CDU) und Michael Hüttner (SPD) auseinanderzusetzen, auch wenn beide nicht die Wunschkandidaten der FWG seien. „Wir haben keine anderen Kandidaten. Und wir werden zukünftig mit einem der beiden zusammenabeiten müssen“, gibt sich Klöckner pragmatisch.
Link versichert, dass viele FWG-Mitglieder von Strambergs Meinung nicht teilten, „auch im Kreis der Sympathisanten ist die Sicht auf Feser und Hüttner differenzierter“. Die Vorsitzenden bekennen, dass eine Tendenz hin zu dem CDU-Kandidaten durchaus spürbar sei. „wir wollen im Grunde keine Wahlempfehlung aussprechen. Die Bürger sollen sich eine eigene Meinung bilden“, sind sich Klöckner und Link einig. Wolfgang von Strambergs Sicht der Dinge sei nicht neu, doch: „Wir hätten uns gewünscht, dass er seine Äußerungen vorher mit uns abspricht“, sagt Klöckner im AZ-Gespräch. Und er fügt hinzu: „Wir sollten beiden Kandidaten die Chance geben, zu beweisen, wer der Richtige für Bingen ist.“
Mit Blick auf die Arbeit im Stadtrat und die Kooperation zwischen CDU, FDP und FWG stellt Klöckner klar: „Unser erklärtes Ziel ist es, die Kooperation zumindest bis zur Kommunalwahl fortzuführen. Ganz gleichgültig, wer Oberbürgermeister wird.“
Auch die FDP hat sich zu Wort gemeldet, die Thomas Feser in seine Wahlkampf unterstützt. Auch die Liberalen kritisieren von Strambergs Wortwahl, halten diese für „unangebracht“ und „diskriminierend“. Die beiden Kandidaten als „Gift und Galle“ zu bezeichnen sei ungehörig und werde einem Wahlkampf in einer Kleinstadt nicht gerecht. Im Übrigen sei Feser seit nunmehr zweieinhalb Jahren hauptamtlicher Bürgermeister, sodass von dieser Seite eine Menge an Erfahrung zur Verfügung stünde, die es zu nutzen gelte.
Auch wenn die FDP Michael Hüttner nicht als Kandidaten unterstützt, sei es notwendig festzustellen, dass der Kandidat der SPD „ein ausgesprochen fleißiger und immer ansprechbarer Landtagsabgeordneter und Stadtrat ist“, auf den die vom FWG-FRaktionssprecher gewählten Worte genauso wenig zuträfen. Die FDP mahnt die „Rückkehr zur Sachlichkeit“ im Wahlkampf an.


Gift & Galle
Die beiden Kandidaten sind in meinen Augen nicht die erste Wahl. Eher aus der Not geboren- Mir wäre ein neutraler Kandidat lieber gewesen. Beide Herren müssen sich an Frau Collin-Langen messen und das fällt schwer.
Die Wortwahl habe ich nicht zu bemängeln.
Ich sehe es auch als Wahl zwischen "Pest & Cholera" und werde das kleinere Übel wählen.