JURY Schüler punkten im Gespräch mit Experten, indem sie Probleme aufzeigen
(lef). Warum Tierhaare schwer von einem Teppich ab gehen, was Klebebänder wirklich aushalten oder wie Musik am besten auf dem Computer verwaltet werden kann - das waren drei von rund 50 Fragen, mit denen sich die 86 Schülerinnen und Schüler bei "Jugend forscht" beschäftigten. Alle präsentierten der Jury an der Binger Fachhochschule gestern ihre Ergebnisse. Doch egal wie am Ende die Platzierung ausfiel: Mit Begeisterung bei der Sache waren alle und zeigten, dass sie mit dem Forschervirus infiziert sind.
"Es war traumhaft zu sehen, mit wieviel Enthusiasmus die Schüler bei der Sache waren", sagt FH-Vizepräsident Dieter Kilsch. Herausragende Arbeiten seien dabei gewesen, besonders viele junge Forscher hatten sich Themen gesucht, bei denen es um die Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf den Menschen ging. "Es kam nicht auf das Finden von Lösungen an, sondern darauf, Probleme aufzuzeigen", sagt Kilsch, der davon überzeugt ist, der Regionalentscheid habe bewiesen, dass der neugierige Nachwuchs wachen Auges durchs Leben geht.
FH-Präsident Klaus Becker weiß, dass viele Schüler, die bei "Jugend forscht" mitmachen, später ein ähnliches Studienfach wählen. "Viele Themen, die wir hier gesehen haben, könnten auch an der FH wissenschaftlich bearbeitet werden, beispielsweise in einem Praxissemester oder einer Abschlussarbeit münden", sagt er voraus. Er hofft darum, dass den Jugendlichen, die gestern FH-Luft geschnuppert haben, die Freude am Experimentieren nicht verlorengeht.
Hellen Ossmann, Studiendirektorin am Binger Stefan-George-Gymnasium, organisiert seit zehn Jahren als Wettbewerbsleiterin den Regionalentscheid. Auch sie weiß: "Ist der Jugend-forscht-Funke einmal übergesprungen, hält er lange an."
Wer beim Wettbewerb erfolgreich sein will, der muss jedoch dem strengen Blicken der Juroren Stand halten. "Die Gespräche mit den Forschern sind ausschlaggebend", erklärt Ossmann. Bei den Teilnehmern von "Schüler experimentieren" komme es vor allem, wie der Name schon sagt, auf die Lust am Ausprobieren an. Bei den Älteren, die für "Jugend forscht" ins Rennen gehen, zählt der Forschergedanke.
Gute Noten stellt Ossmann gestern auch der FH aus, die als Gastgeber des Regionalentscheids für eine "super Premiere" gesorgt habe. Doch die FH hat den Wettbewerb nicht allein gestemmt, sondern hat nach Angaben von Becker Unterstützung bei Sponsoren "von Geisenheim bis Wörrstadt, von Mainz bis Bingerbrück" gefunden.
Auch im nächsten Jahr soll in Bingen darum der Regionalentscheid des Wettbewerbs ausgetragen werden. Bis dahin will Hellen Ossmann Schulen der Region, die bisher noch nicht mitmachen, zur Anmeldung motivieren.

