23. Mai 2012 01:06 Uhr
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Warmsroth 

Ballonfahrer aus Warmsroth überquert Deutschland in einem Tag

10.02.2012 - WARMSROTH

Von Benjamin Hilger

Wenn auch die anvisierte Rekorddistanz von 1 000 Kilometern nicht geknackt wurde, eine „grandiose Erlebnisfahrt längs durch Deutschland“ war die erste Heißluftballonfahrt des Jahres für den Warmsrother Ballonpiloten Frank Wilbert und seinen Co-Piloten Bastian Hölz aus Dorsheim dennoch.

Von Flensburg ging es in rund acht Stunden in 6 500 Metern Höhe 821 Kilometer weit bis nach St. Gallen in der Schweiz.

Vorangegangen war die spontane Idee, eine kurzfristige Weitfahrt anzusetzen. Nachdem Wilbert verschiedene Wettermodelle studiert hatte und diese für geeignet hielt, wurde in nur fünf Stunden die Fahrt vorbereitet. Für das professionelle Team Wilberts, dem neben Hölz die beiden Stromberger Dirk Theiß und Jürgen Fennel als erfahrene Bodencrew angehören, stellte die Kurzfristigkeit kein Problem dar.

Bepackt mit Proviant, Bordelektronik, Sauerstoff - den brauchten die Piloten in der extrem luftigen Höhe -, zahllosen Gasflaschen und dem Heißluftballon „Black Pearl“ ging es im roten Ballonbus auf die Straße in Richtung Flensburg.

Hamburg leuchtete „gigantisch“

„Wir nahmen rasch Fahrt auf und stiegen kontinuierlich mit ein bis zwei Metern pro Sekunde“, reflektiert Wilbert. Besonders in Erinnerung blieb den beiden Ballonpiloten der Blick auf die Lichter der Stadt, die blinkenden Schiffe im dunklen Wasser „links in der Ostsee und rechts in der Nordsee“ und der auf dem Meer schimmernde Mond. Schon kurz nach dem Start raste die „Black Pearl“ an Hamburg vorbei.

„Noch war es ziemlich dunkel, aber die Stadt leuchtete gigantisch“, schwelgt Wilbert. Auch der Sonnenaufgang sei phantastisch gewesen. Weder Dunstschicht noch Wolken hinderten die Sicht auf die wechselnden Farben des Himmels während dieses Naturschauspiels.

Mit konstant 140 Kilometern pro Stunde fuhr der Ballon gen Süden. Viele vorbeifliegende Flugzeugpiloten wünschten den Ballonfahrern per Flugfunk viel Erfolg für die weite Reise. Als nach vier Stunden schon mehr als die Hälfte des Gases aufgebraucht war, wurde den Piloten schnell klar, dass der eigentlich geplante Weg über die Alpen wohl nicht zu schaffen ist.

Wilbert und Hölz wollten kein Risiko eingehen „und mit null Gas im wärmeren Italien eine Landung hinlegen“. Daher entschlossen sich die Piloten dazu, bei Friedrichshafen langsam abzusteigen, um noch in die Schweiz hinein zu fahren und das Alpenpanorama zu genießen. Die letzten 45 Minuten der Fahrt gingen gemächlich über die Schweizer Stadt.

Sicher setzte Wilbert den Heißluftballon schließlich am westlichen Stadtrand St. Gallens auf. „Unzählige Menschen kamen angelaufen, fragten, guckten und staunten über den Ballon und uns“, sagte Wilbert. Ein netter Anwohner lud die Piloten just in sein Gartenhäuschen ein, wo sich Wilbert und Hölz am angefeuerten Kamin bei Kaffee und Gebäck aufwärmen und auf die Verfolger warten konnten.

Auch ohne Rekord traumhaftes Erlebnis

Dass weder die anvisierten 1 000 Kilometer, noch der eigene persönliche Rekord von 826 Kilometern im Heißluftballon geknackt wurden, störte die beiden Piloten wenig: „Ein traumhaft schönes Erlebnis war es trotzdem.“

Frank Wilbert und sein Co-Pilot Bastian Hölz in der Ballongondel hoch über Deutschland.	Repro: Benjamin Hilger

Frank Wilbert und sein Co-Pilot Bastian Hölz in der Ballongondel hoch über Deutschland. Repro: Benjamin HilgerVergrößern

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