Drei Monate getrennt
11.02.2012 - WALDLAUBERSHEIM
Von Benjamin Hilger
BAUMASSNAHME Arbeiten im Bereich der Hahnenbachbrücke machen Sperrung nötig
Wenn auch nicht durch einen „eisernen Vorhang“ oder eine Mauer, so wird Waldlaubersheim voraussichtlich ab Ende Februar dennoch eine Trennung in Ost und West erfahren, die mitten durch den Ort führt.
Streng genommen ist die Trennlinie, der Hahnenbach, jetzt schon da. Allerdings auch eine Brücke in der Binger Straße, die als Kreisstraße 41 durch Waldlaubersheim in Richtung Rümmelsheim führt. Im Bereich der Brücke wird es aber aufgrund einer Baumaßnahme der Verbandsgemeindewerke zu einer dreimonatigen Sperrung kommen.
Regenüberlauf wird modernisiert
Wie Heiko Renner, Technischer Werkleiter, erläuterte, muss ein dort vorhandener alter Regenüberlauf auf den neusten Stand der Technik gebracht werden, um künftig besser Regenereignisse, die die Kanalisation vollaufen lassen, abfedern zu können. Der Regenüberlauf ist dem Mischwasserkanal - dieser transportiert Abwasser und Oberflächenwasser - angegliedert und sorgt dafür, dass bei Regen der Kanal nicht unkontrolliert voll läuft und im schlimmsten Fall sogar die Kanaldeckel hochfliegen und Straßen überflutet werden.
Hierzu wird das Wasser über ein Regelorgan geführt. Sobald bei Regen die Wassermenge zunimmt, regelt dieses den gleichmäßigen Abfluss in das weiterführende Kanalnetz. Auf diese Weise kann auch bei großen Wassermassen ein konstanter Wasserfluss im Kanal hinter dem Regenüberlauf gewährleistet werden. Das zurückgestaute Wasser wird über einen Abschlag in den Hahnenbach geleitet. Im Zuge der Maßnahme wird auch die Überlaufleitung in den Hahnenbach verlegt. Insgesamt kostet der Bau rund 250 000 Euro, schätzt Renner.
Während der voraussichtlich dreimonatigen Baumaßnahme wird die Binger Straße, die auch Umleitungsstrecke der Autobahn ist, im Bereich der Hahnenbachbrücke, direkt neben dem Feuerwehrhaus, gesperrt sein. Mit sich bringt diese Sperrung die Ausweisung von Umleitungen, um Waldlaubersheim Ost oder West während der Baumaßnahme anfahren zu können. Zudem ist der Linienbusverkehr betroffen, so dass mit neuen Fahrplänen zu rechnen ist.
Für Ortsbürgermeister Rainer Schmitt ist die Trennung seiner Gemeinde in Ost und West „halb so wild“. Die Maßnahme sei notwendig, schon um die Situation am Hahnenbach, der immer wieder bei Starkregen extrem über die Ufer steigt, zu entschärfen. Schmitt sieht die Verkehrseinschränkung auf der K 41 eher als interessantes Experiment. Denn teilweise können Anlieger und natürlich die Fußgänger über schmale Wege abseits der Binger Straße von Ost nach West gelangen, ohne große Umwege in Kauf nehmen zu müssen.
Ausführliche Beschilderung wichtig
Der Ortsbürgermeister hofft allerdings, dass diese kleinen Umleitungen nicht von „Schleichwegsuchern“ genutzt und dadurch die Anwohner unnötig belästigt werden. Hierzu müsse die Beschilderung der „Waldlaubersheimer Sackgasse“ und der Umleitungsstrecken stimmen. Insgesamt befürchte er keine großen Einschränkungen. Viele Pendler aus dem östlichen Teil fahren heute schon - ohne Sperrung - in Dorsheim auf die A 61 und nicht in Waldlaubersheim. Denn der Weg zur Dorsheimer Anschlussstelle ist kürzer und beansprucht keineswegs mehr Zeit. Auch wenn Schmitt keineswegs chaotische Umstände prognostizieren will, einen großen Stau auf der Autobahn wünscht er sich dennoch in diesem Zeitraum definitiv nicht.

