Frühzeitig auf Wünsche eingehen
09.06.2012 - VG STROMBERG
Von Jens Fink
SOZIALRAUMSTUDIE VG Stromberg will junge Menschen nach Ausbildung wieder in ihre Heimatorte locken
Wie können junge Menschen langfristig an ihre Heimatgemeinde gebunden werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine 2011 von der Universität Köln verfasste wissenschaftliche Sozialraumstudie, die die Verbandsgemeinde in Auftrag gegeben hatte.
Ein von Bürgermeisterin Anke Denker geleiteter Arbeitskreis befasst sich jetzt mit den Ergebnissen der Studie. Kriterien wie die Lebensqualität, die Freizeitorientierung junger Menschen sowie ihre Berufs- und Bildungschancen in einem eher ländlich geprägten Raum werden einem ganzheitlichen Betrachtungsprozess unterzogen, um letztlich die notwendigen Maßnahmen zu ermitteln, die die VG ergreifen muss, um die jungen Menschen auch nach ihrer berufliche Ausbildung wieder in ihre Heimatorte zu locken.
Verbesserte Lebensqualität
Neben einer verbesserten Lebensqualität sei es wichtig, junge Menschen in der VG stärker in Entscheidungsprozesse vor Ort einzubinden, sind sich die Mitglieder des Arbeitskreises einig. In diesem wirken neben der VG die Kreis-Jugendpflege, der Bund Deutscher Pfadfinder, der Internationale Bund, die Evangelische Kirche, der Verein „Auszeit Plus“ sowie das Dienstleitungszentrum Ländlicher Raum mit. Mit einem Fragebogen sollen jetzt die speziellen Befindlichkeiten der Jugendlichen ausgelotet werden. Dieser liegt an den Orten aus, wo sich Jugendliche bevorzugt aufhalten. Wie im Panoramabad, wo die Jugendlichen im Alter von 13 bis 19 Jahren bis zum Ende der Badesaison ihre Meinung schriftlich äußern können. Gefragt wird etwa „Wie muss der Ort ausstehen, an dem Du dich mit Deinen Freunden treffen willst“ oder „Was fehlt Dir hier vor Ort am meisten“?
Auch die berufliche Orientierung der Jugendlichen wird nachgefragt. Die im Arbeitskreis erarbeiteten Ergebnisse aus der Befragung werden dann im Jugendausschuss der VG vorgestellt und beraten.
Zukunftsweisend denken
Die Verantwortliche in der VG wollten hier zukunftsweisend denken, betonte Bürgermeisterin Denker. „Denn wir wollen natürlich, dass junge Menschen nach ihrer Ausbildung möglichst wieder in ihre Heimatorte zurückkommen und hier wieder gern leben“, meinte Denker. Daher sei es wichtig, frühzeitig die Wünsche von Jugendlichen aufzugreifen und zu berücksichtigen. Jugendliche müssten sich respektiert und beachtet fühlen, betonte Denker. Sinnvoll sei es daher, Jugendliche und junge Familien direkt in politische Gesamtprozesse einzubinden und ihnen auch Verantwortung zu übertragen. „Wenn sich Menschen in ihrer Jugend wohl fühlen und in soziale Netzwerke eingebunden sind, kehren sie erfahrungsgemäß nach ihrer Ausbildung oder einem Studium auch gern wieder in ihre angestammte Heimat zurück“, ergänzte Kreis-Jugendpfleger Lothar Zischke.


