An Fastnacht tut nichts mehr weh
10.02.2012 - DAXWEILER
Von Benjamin Hilger
KDF-SITZUNG Ein munteres Programm - fast ganz ohne Männer / Mal die Qualität des Publikums bewertet
„Helau, heut ist Fastnacht für die Frau“, gellte zur Kfd-Frauenfastnacht durch das prall gefüllte Haus der Gemeinde. Mit ihrem Schlachtruf feierten zahlreiche Närrinnen ihre männerfreie Fastnacht, die längst zur festen Tradition in der Gemeinde geworden ist.
Eröffnet wurde das bunte Treiben mit dem Lied der „Kfd-Altweiberschau“. „Hier tut es weh, da tut es weh“, jammerten die Sängerinnen - nichts ginge mehr wie früher. Aber zur Fastnacht, da tut es weder hier, noch da weh, weshalb man ausgelassen feiern kann. Ein gelungener Auftakt war gesetzt.
Demnach musste Gaby Gerlach in ihrer Begrüßungsansprache nur eher pro forma darum bitten, nicht mit dem Applaus zu sparen. Selbstverständlich war die gut aufgelegte Närrinnenschar alles andere als sparsam damit.
Tanzmariechen wirbelt über die Bühne
Den offiziellen Startschuss gab Chayenne Dziurczik, die zugleich den tänzerischen Reigen eröffnete. Das Tanzmariechen gehört inzwischen fest ins Programm der Daxweilerer Frauenfastnacht. Mit schnellen Schritten, gelungenen Sprüngen und unglaublicher Beweglichkeit, über die nicht nur die „Kfd-Altweiberschau“ staunte, flitzte das Mariechen über die Bühne. Nicht weniger beeindruckend waren die Auftritte der Tanzgruppen aus Gutenberg und Seibersbach.
Neben den Tänzen gehörten aber auch gute Büttenredner und lustige Sketche ins Programm der Frauenfastnacht. Rosi Müller stieg als „Till Eulenspiegel“ in die Bütt und machte klar, dass sie mal den Spieß rumdrehen wird und in diesem Jahr nicht selbst bewertet werden will, sondern sie die Qualität des Publikums aufs Tapet bringt. Denn verschiedene Sorten von Zuschauern seien bei Fastnachtssitzungen zu finden. So störe etwa der Unpünktliche durch sein Zuspätkommen die Sitzung und seine Reihennachbarn. Auch der Nörgler sei kein dankbarer Gast, habe er doch an allem etwas auszusetzen. Dennoch sei er stets der Erste, der sich Karten für die nächste Sitzung organisiert. Als Weiteren im Bunde fände man den perfekten Zuschauer, der früh da ist, nicht nörgelt und immer an der richtigen Stelle applaudiert. Nicht fehlen in einer echten Frauenfastnacht darf eine gehörige Portion Tratsch. So zeigten Gerlinde Krämer, Rosel Gallas und Rosi Müller, wie sich Gerüchte verbreiten lassen, wenn als wachsamer Nachbar festgestellt wird, dass der Rollladen am Haus nebenan nicht nach oben gezogen wird. Was da wohl passiert ist?
Wie sich ein harmloses Durchfallen in der Führerscheinprüfung zu einer angeblichen Schwangerschaft entwickeln kann, zeigten Evi Sawallisch, Gaby Gerlach und Marlin Vetter. „Unserer Tochter ist da etwas passiert, wovon du wissen solltest“, hieß es zu Beginn und sorgte so für das skurrile Missverständnis und viele Lacher im Saal.
Nicht nur Redner und Tänzer, sondern auch die singenden „Trauerschnallen“ Claudia Schneider, Evi Sawallisch, Regine Wenta, Katharina Wedekind und Katja Meffert schafften es spielend, die Stimmung in der Narrhalla hoch zu halten.
Jede Menge Stars und Sternchen
Mit dem Sketch „Ein feines Lokal“ von der Nachwuchsabteilung der Frauenfastnacht (Katja Gerlach, Nadine Rosche und Janina Sawallisch), der „Abmagerungskur“ von Katharina Wedekind und Claudia Schneider, den Büttenreden von Janina Sawallisch und Margit Lucas und einem Tanz einiger Clowns nahm die Sitzung ihren Lauf. Nach dem Zwiegespräch von Anita Lucas und Petra Krebs zeigte sich aber doch, so ganz ohne männliche Beteiligung sollte das Programm doch nicht enden. Denn das Männerballett des Karneval-Vereins Waldalgesheim durfte die Frauenfastnachtsbühne erstürmen und mit seinem gekonnten Auftritt die Herzen im Sturm erobern.
Den Abschluss setzten die Frauenfastnachter aber wieder selbst. In ihrer Hitparade zogen viele „Stars und Sternchen“ zum Stimmung machen auf die Bühne.

