Messerstiche in Sommerloch - Jugendliche bei Handgemenge verletzt
21.02.2012 - SOMMERLOCH
Von Laura Schöffel
Am Rande der Feierlichkeiten im Anschluss des Sommerlocher Fastnachtsumzuges kam es zu einer Messerstecherei im Zehnmorgen, bei der ein 18-Jähriger schwer und ein 19-Jähriger leicht verletzt wurden.
Die zwei Männer fuhren gegen 17.30 Uhr in die Straße Zehnmorgen und wurden von zwei Fußgängern, 21 und 24 Jahre alt, an der Weiterfahrt gehindert.
Laut Polizeibericht kam es daraufhin zu einem Wortwechsel sowie zu einem Handgemenge. Hierbei soll einer der Fußgänger mit einem Messer zugestochen haben und den 18-Jährigen erheblich am Bauch verletzt haben. Das Opfer musste notoperiert werden, die Polizei geht davon aus, dass es außer Lebensgefahr ist. Bei dem Versuch, sich zur Wehr zu setzen, erlitt weiterhin sein 19-jähriger Begleiter Schnittwunden an den Händen.
Bleichmittel über das Auto geschüttet
Die beiden Angreifer schlugen dann so heftig auf das Auto ein, dass zwei Scheiben zu Bruch gingen. Damit nicht genug, schütteten die Beschuldigten mitgeführtes Bleichmittel aus einem Kanister über das Fahrzeug. Anschließend flüchteten sie in einem grauen Fahrzeug.
Nach eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen konnten die zwei Beschuldigten schließlich in Wallhausen festgenommen und auf richterliche Anordnung auch in Gewahrsam genommen werden.
Wie die Polizei berichtete, waren die beiden Angreifer stark alkoholisiert, so dass eine Blutprobe entnommen wurde. Der Führerschein des 24 Jahre alten Fahrers wurde beschlagnahmt. Die Polizei sagte, dass die zwei Beschuldigten im Kreisgebiet wohnten, machte aber keine nähere Angaben. Ungewiss war auch, ob die vier Personen zuvor die Fastnachtsveranstaltung besucht hatten und aus welchem Grund die zwei Angreifer Bleichmittel mit sich führten.
Wie die Polizeit mitteilte waren die Veranstaltungen am Rosenmontag mit dieser Ausnahme größtenteils friedlich verlaufen. Gar von einer positiven Entwicklung an den Fastnachtstagen war die Rede. In Sommerloch hingegen seien schon vor dem beschriebenen Vorfall Personen aufgefallen, die offensichtlich stark alkoholisiert und aggressiv waren. Bereits um 15.30 Uhr kam es zu Störungen des Umzugs wegen betrunkener und pöbelnder Jugendlicher.
"Große Bestürzung im Ort"
Den Umzug an sich hat Orstbürgermeister Bernhard Boos so nicht emfpunden. „Der Umzug war wunderschön und auch die Stimmung war gut“, betonte er. Danach werde traditionell am Sportheim weiter gefeiert, wo ähnlich dem Kreuznacher Narrenkäfig Bauzäune ständen. Der Einlass werde von einem Sicherheitsdienst überprüft.
„Aber mit dem Umzug hatte die Messerstecherei im Zehnmorgen ja eigentlich auch nichts zu tun“, sagte Boos. In 38 Jahren als Kriminalbeamter habe er so etwas leider schon häufig erlebt, dass es auch im heimischen Sommerloch passiere, drücke aber ganz besonders auf die Stimmung.
Er selbst hat erst am Abend gerüchtehalber von dem Vorfall erfahren. Inzwischen sei auch in Sommerloch die Nachricht angekommen, dass der schwer verletzte 18-Jährige wohl stabil sei. „Im Ort herrschte gestern Abend große Bestürzung darüber, dass am helligten Tag mit so einer Brutalität Menschen bedroht werden“, berichtete der Ortsbürgermeister. Ob es am Alkohol oder an der inneren Einstellung liege, die die zwei jungen Männer so angestachelt habe, weiß Boos nicht. „Solchen Idioten kann man nur sagen: Bleibt weg von Sommerloch und am besten von allen Orten, wo sich Menschen aufhalten“, meinte Boos und zeigt sich enttäuscht darüber, dass solche Vorfälle dann häufig auf die gesamte Veranstaltung zurückfielen.

