Autokran geht in Flammen auf
06.02.2012 - RÜDESHEIM
Von Mathias Gubo
FEUER Brandstiftung in Rüdesheim / 45 Feuerwehrleute im Einsatz / Löschwasser gefroren
Sachschaden in Höhe von rund 650 000 Euro entstand bei dem Brand eines 100 Tonnen schweren Autokrans in der Nacht zum Samstag in Rüdesheim. Aufgrund der Umstände geht die Polizei von Brandstiftung aus. Erste Fahndungsmaßnahmen blieben erfolglos, die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Das Feuer war nach Angaben der Polizei kurz vor Mitternacht auf dem Gelände einer Kran- und Abschleppfirma in der Straße „An der Weißburg“ ausgebrochen. Der mächtige Autokran, der etwa drei Jahre alt und von der Firma erst kürzlich gekauft worden war, brannte in voller Ausdehnung. Die riesigen Flammen waren in der weiten Umgehung zu sehen. Der Firmeninhaber konnte zum Glück noch einen zweiten Kran wegfahren, damit nicht auch noch dieses Fahrzeug ein Raub der Flammen wurde. Durch das mächtige Feuer beschädigt wurden noch zwei Fertiggaragen, zwei Gabelstapler und ein Lastwagen.
Rund 45 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Rüdesheim und Eibingen waren mit zehn Fahrzeugen im Einsatz. Schon kurz nach ihrem Eintreffen explodierten eine Gasflasche und etliche der zehn riesigen Reifen des Kranwagens.
Der Feuerwehr setzte neben Schaummitteln auch ein neues Löschmittel ein, das dem Löschwasser zugesetzt wird. Dieses sei einfach zu handhaben und sehr effektiv, „technischer Fortschritt, der wirklich etwas bringt“, so Wolfgang Schmitt, Rüdesheims stellvertretender Stadtbrandinspektor, nach dem Einsatz.
Da sich in dem Autokran zwischen 2 000 und 3 000 Liter Hydrauliköl sowie Diesel in verschiedenen Tanks befanden und verbrannten, konnten die Feuerwehrleute wegen der starken Rauchentwicklung nur mit Atemschutzgeräten gegen das Feuer vorgehen. „Anders ging das gar nicht“, so Schmitt. Die Kälte wurde zur zusätzlichen Gefahr an der Einsatzstelle, da das Löschwasser sofort gefror. Über die zuständige Notfallleitstelle wurde der Bauhof der Stadt Rüdesheim mit Streusalz bestellt. Etwa drei Stunden später musste auf dem Firmengelände noch ein Schwelbrand gelöscht werden. Ein Stapel Bauholz in unmittelbarer Nachbarschaft zum abgebrannten Kran hatte sich entzündet. Auch am Samstag war die Rüdesheimer Feuerwehr zu Nachlöscharbeiten vor Ort. Im Bereich der Reifen war noch einmal ein Feuer ausgebrochen, das aber schnell gelöscht war.

