Kita-Erweiterung steht noch in Sternen
01.03.2010 - GUTENBERG
Von Christine Jäckel
RAT Noch keine endgültige Entscheidung gefallen
Nicht leicht taten sich die Ratsmitglieder bei der Frage, ob eine Erweiterung des Kindergartens zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll ist. Aktuell hat die Einrichtung zusätzlichen Platzbedarf durch die Betreuung der unter Dreijährigen (AZ berichtete).
Ab diesem Sommer wird der Kindergartenplatz für Zweijährige zu einem gesetzlichen Anspruch, erläuterte Andreas Domann vom Jugendamt der Kreisverwaltung. Er wies außerdem darauf hin, dass diese neue Aufgabe den Einrichtungen im Kreis eine regelrechte "Schwemme" beschert habe. Aufgrund der derzeitigen Zahlen müsse der Gutenberger Kindergarten auch nicht damit rechnen, dass man in absehbarer Zeit eine Gruppe schließen müsse, und das neue Angebot werde den Erhalt auch längerfristig sichern, sagte Domann. Für den Ausbau des Betreuungsangebotes sei zudem augenblicklich die Zuschusslage besonders günstig. Pro Platz, so Domann, gebe es von Bund, Land und Kreis insgesamt 8000 Euro.
35 Kinder werden momentan in der Einrichtung betreut, davon 18 ganztags, erklärte Ortsbürgermeister Jürgen Frank, der weitere Zahlen wie die durchschnittliche Jahrgangsstärke in die Diskussion einbrachte. Da keiner wisse, wie sich die Kinderzahlen auf längere Sicht weiterentwickeln, sei die Entscheidung nicht einfach, betonte Frank. Andererseits müsse man auch mit negativen Folgen rechnen, wenn man im nächsten Kindergartenjahr aus Platzgründen Eltern abweisen müsse, die ihr Kind anmelden wollten, hob Frank hervor. Dies könnte sich aus seiner Sicht auch negativ auf den weiteren Zuzug junger Familien auswirken.
Inzwischen hat man einen ersten Planentwurf erstellen lassen, der auf eine Aufstockung um zehn Plätze für Zweijährige ausgelegt ist. Dieser erste Entwurf sieht eine räumliche Erweiterung um etwa 83 bis 85 Quadratmeter vor. Wie Ratsmitglied Walter Kluge anführte, kann man derzeit von rund 400000 Euro Rücklagenmittel ausgehen, die Kosten des Anbaus seien grob geschätzt mit etwa 200000 Euro anzusetzen und für das Haushaltsjahr 2010 müsse man mit einem Defizit von 100000 Euro rechnen. Kluge und Beigeordnete Christa Dapper warfen daher die Frage auf, ob es keine andere Lösung gebe, um die Spitze im Betreuungsbedarf aufzufangen, eventuell mit einer ausgelagerten Gruppe.
Dass der Kindergarten auch eine Zukunftsperspektive für die Ortsgemeinde darstelle, darauf wies Verbandsgemeindebeigeordneter Michael Schaller hin. Ob die endgültige Entscheidung pro oder contra Erweiterung ausfallen wird, ist derzeit noch offen. Die Ratsmitglieder beschlossen allerdings in nicht-öffentlicher Sitzung mehrheitlich, eine Planung und detaillierte Kostenaufstellung für einen Anbau am Kindergarten in Auftrag zu geben. Den Auftrag erhielt ein Planungsbüro in Wallhausen.

