Zum Verwechseln ähnlich
10.08.2010 - RÜMMELSHEIM
Von Jens Fink
COMEDY Hans-Joachim Heist lässt unvergessenen Heinz Erhardt wiederaufleben
„Ich heiße nicht nur Heinz Erhardt, sondern auch Sie herzlich willkommen.“ Bereits mit diesem klassischen Willkommensgruß des unvergessenen Komödianten hatte Hans-Joachim Heist die Lacher und damit seine Zuhörer direkt auf seiner Seite. Der Schauspieler brillierte bei seinem Gastspiel in der Trollbühne und servierte den eingefleischten Heinz Erhardt-Fans von der ersten Sekunde an komödiantische Leckerbissen.
Wenn Heist den Komödianten in seiner unverwechselbaren Art zu sprechen imitiert und sich dabei noch exakt wie das Original bewegt, meint der Zuschauer, Heinz Erhardt selbst stehe auf der Bühne. Verschmitzt, spitzbübisch und mit den für Erhardt so charakteristischen, fantasievollen Wortspielereien begeistert der Darsteller in einer lebensechten Interpretation das Publikum. Dieses vergisst schnell, dass dort nicht der „echte“ Heinz Ehrhardt seine treffsicheren Pointen und Reime zelebriert. Ausgestattet mit der markanten Hornbrille und in Haltung und Gebärden dem Original zum Verwechseln ähnlich, serviert er charmant und leger einen Kalauer nach dem anderen.
Etwa wenn er im Restaurant einen „Masernhügel“ bestellt. „Gibts nicht? - ach nein, ich meine natürlich Scharlachberg.“ Bei solchen Pointen greift sich Heist in gleicher Manier wie sein Vorbild an die Brille und konstatiert spitzbübisch, „Was bin ich heute wieder für ein Schelm.“ Schlagfertig reagiert er auf ein Hüsteln im Publikum. „Husten Sie sich ruhig aus. Es gibt nur zwei Sachen, die man nicht unterdrücken kann - Husten und Talent.“ Der Komödiant berichtet aus seinem Skiurlaub. „Hals und Beinbruch“ habe ihm seine Frau hinterher gerufen. „Ich mach doch nicht das, was meine Frau will“, entrüstet sich der Urlauber. „Nee - da hab ich mir den Arm gebrochen!“ Im Sommerurlaub sei er an der Riviera gewesen; „da geht das Meer direkt bis ans Ufer.“ Dort habe er einen Scheich kennen gelernt und ihn gefragt, „das mit ihren vielen Frauen, das nennt man doch polygam?“ Darauf habe der Scheich geantwortet, „Ja, und mit einer Frau, das nennt man monoton.“
Und immer setzt Heist noch einen drauf und zelebriert genussvoll die klassischen Mehrzeiler des unvergessenen Sprachgenies. „Es gibt Gerüchte, dass Hülsenfrüchte - in Mengen genommen - nicht gut bekommen. Das macht ja nichts, ich finde das fein, warum soll man nicht auch mal ein Blähboy sein.“

