Eigeninitiative beeindruckt Bürgermeister
28.05.2011 - LANGENLONSHEIM
JUGENDRAT II Wolfgang Zimmer will im zweiten Anlauf eine dauerhafte Institution schaffen / So junge Menschen für Kommunalpolitik begeistern
Das Jugendforum in Langenlonsheim ist ein Erfolgsmodell geworden. Die jungen Menschen bringen sich in die Kommunalpolitik ein, wollen jetzt sogar ein eigenes Parlament gründen - auf eigenen Wunsch. VG-Bürgermeister Wolfgang Zimmer hat Jugendliche immer wieder gezielt angesprochen, versucht, so das Forum am Leben zu erhalten. Noch heute kann er sich an die Anfänge erinnern.
Wie ist es Ihnen gelungen, in Langenlonsheim ein aktives Jugendforum auf die Beine zu stellen?
In meiner 13 Jahre langen Amtszeit als hauptamtlicher Bürgermeister führten meine ersten Bemühungen Ende 1999 dazu, dass sich etwa zehn Jugendliche fanden, die sich in regelmäßigen Abständen mit mir im Rathaus getroffen haben. Es entwickelte sich ein Jugendforum in lockerer Form, ohne Satzungszwang, das 2003 „zerbröckelte“, als die Jugendlichen volljährig wurden und sich ihre Lebensbahnen veränderten.
Wie ging es dann weiter?
Im Jahre 2005 unternahm ich dann über persönliche Anschreiben der Altersgruppen 14 und 15 Jahre die Initiative das Forum wieder neu zu beleben, was mir geglückt ist. Die Jugendlichen bekamen im Rathauskeller einen eigenen Raum. Es wurde eine eigene Homepage entwickelt, Schwimmbadfeste organisiert, Landestreffen mit anderen Jugendforen und -räten besucht. In dieser Zeit habe ich mich persönlich noch mit Rat und Tat eingebracht, aber als weiteres Bindeglied einen Auszubildenden aus der Verwaltung mit der Betreuung und als direkten Ansprechpartner für die Jugendlichen beauftragt. Eine Entscheidung, die sich bis heute bewährt hat.
Das Forum gibt es also heute noch?
Jetzt haben wir ein aktives Jugendforum, das seit etwa drei Jahren in dieser Form zusammenarbeitet. Im Jahr 2008 habe ich die damaligen Firm- und Konfirmandenjahrgänge angeschrieben und für eine Mitarbeit in unserem Jugendforum geworben. Auf diesen Aufruf meldeten sich anfangs sechs Jugendliche, die ihre Arbeit aufnahmen und kontinuierlich mit eigener Nachwuchswerbung ausbauten. Heute ist die Gruppe auf rund 15 Personen angewachsen. Jetzt soll ein Jugendrat gewählt werden. Die Jugendlichen glauben, dass ein Rat mit eigener Satzung und eigenen Rechten und Pflichten eine festere und bessere Struktur sein könnte, weil erfahrungsgemäß diese aktiven Jugendlichen altersbedingt aus dem Jugendforum ausscheiden und dann wieder Auflösungserscheinungen auftreten werden. Bemerkenswert ist dabei, dass die Initiative von unseren Jugendlichen selbst gekommen ist und sie eine Satzung erarbeitet haben.
Was versprechen Sie sich vom Jugendparlament?
Ich verspreche mir davon, dass sich noch mehr Jugendliche für diese Arbeit begeistern und sich mit dem gewählten Jugendrat ein Gremium bildet, dass mit den Jugendlichen den weiteren Kontakt pflegt, sich in die Kommunalpolitik mit Ideen, Vorschlägen und Anregungen aktiv einbringt und ein Bindeglied zwischen der Jugend mit deren Interessen und der Kommunalpolitik entsteht.
Warum ist es wichtig, Jugendliche bereits an die Kommunalpolitik heranzuführen?


