Sie wollen Benachteiligten helfen
04.08.2010 - GULDENTAL
Von Jens Fink
WELTWÄRTS Zwei junge Guldentalerinnen leisten Freiwilliges Soziales Jahr in Tansania und Indien
Andere Länder, Kulturen und Sprachen kennen lernen und dabei benachteiligten Menschen helfen - dies sind die Antriebsfedern für zwei 19-jährige Guldentalerinnen. Sie haben sich dazu entschlossen, ein Jahr lang in Entwicklungsprojekten in Tansania und Indien zu arbeiten.
Helena Eikenbusch wird ein Freiwilliges Soziales Jahr im Hochland von Tansania ableisten. Im Dorf Tandala unterhält die Diakonie ein Soziales Zentrum und kümmert sich dort um Waisen und behinderte Menschen. Diese werden in dem afrikanischen Land oftmals von ihren Familien ausgegrenzt oder sogar schamhaft versteckt. „Umso dringender brauchen diese Menschen Hilfe“, betont Eikenbusch.
Behindertenarbeit und Sprachunterricht
Neben ihrer sozialen Arbeit mit Behinderten wird die junge Frau Deutsch und Englisch unterrichten. Etwa für junge Menschen, die später in Deutschland arbeiten und studieren wollen, erläutert die 19-Jährige, die gerade verstärkt die Landessprache Suaheli lernt. Damit werde der kulturelle Austausch zwischen den Völkern gefördert, ebenso wie mit ihrem eigenen Wirken in Tansania, betont Eikenbusch. Beruflich interessiere sie sich für Medizin und Bio-Medizin- Technik, da passe ihre Tätigkeit in Afrika gut, um sich auf das künftige Berufsleben vorzubereiten. Flug und Unterkunft vor Ort sowie ein Taschengeld von 100 Euro im Monat bezahle die Diakonie, berichtet die Guldentalerin.
Ihre Freundin Judith Weber wird Anfang September im Auftrag der Ijgd (Internationale Jugend Gemeinschaftsdienste) nach Indien fliegen und in der Kleinstadt Karnataka an einer öffentlichen Grundschule Englisch unterrichten. Während ihres knapp einjährigen Aufenthaltes ist sie bei einer Gastfamilie untergebracht. Auch sie reize die fremde Kultur, aber auch globale Zusammenhänge zu erkennen und vor Ort zu erleben, sei für sie wichtig, betont Weber. Gerade die Folgen der Globalisierung interessierten sie. So habe sie einmal in Mainz eine konsumkritische Stadtführung durchgeführt, berichtet die engagierte Guldentalerin.
Beruflich bringe sie die Arbeit in Indien sicher weiter, betont Weber, die später im Bereich „Sprache“ mit Menschen arbeiten möchte und bereits Praktika in Logopädie sowie eine achtwöchige Tätigkeit in einem Sprachzentrum vorweisen kann.
Unterstützung von den Eltern
Im Rahmen des „Weltwärts“- Programms unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit die Aufenthalte der beiden mutigen jungen Damen.
Von ihren Eltern würden sie in ihrem Vorhaben unterstützt, berichten die beiden 19-Jährigen. „Meine Mutter freut sich darüber, dass ich den Mut dafür aufbringe, in die Fremde zu gehen“, weiß Helena Eikenbusch.
Ihr Vater habe das Vorhaben prima gefunden, erzählt Judith Weber. Ihre Mutter sei etwas ängstlicher, unterstütze sie jedoch ebenfalls und werte dieses freiwillige Jahr „als eine gute Vorbereitung auf mein künftiges Leben.“

