Richtung A 61 wird’s dreckiger
28.01.2012 - DORSHEIM
Von Jens Fink
MÜLLABLAGERUNG Dorsheimerin Hannelore Kunz ärgert sich über zunehmenden Umweltfrevel
Seit Jahren ärgert sich Hannelore Kunz, wenn sie auf ihren Spaziergängen durch die Gemarkung wilde Müllablagerungen findet. Denn immer wieder „entsorgen“ wenig umweltbewusste Zeitgenossen ihren Unrat in der Landschaft.
„Alles, was weggeschmissen werden kann, habe ich bei meinen Wanderungen schon gefunden“, erzählt Kunz. Kleider, Plastik- und Glasflaschen, Autoreifen oder etwa Computerzubehör würden illegal abgeladen. Oft sei dieser Müll in Plastiktüten verpackt. „Hier können die Autofahrer schnell mal anhalten und den Müll in die Büsche schmeißen, so dass er nicht direkt entdeckt wird“, erzählt Kunz von ihren Erfahrungen. In der Nähe der An- und Auffahrt zur A 61 liege oft Müll. „Den laden Ortsfremde hier ab und sind dann ganz schnell wieder auf der Autobahn“, weiß Kunz. „Das Problem ist: es wird immer schlimmer statt besser“, meint Kunz. Die Dorsheimerin, die sich nicht zu schade ist, den von ihr gefundenen Müll auch mal selbst zu entsorgen, beklagt das ihrer Meinung nach nachlassende Umweltbewusstsein der Bürger, insbesondere vieler junger Menschen. Hier müsse einfach mehr aufgeklärt werden, fordert Kunz.
Zudem sollten die Strafen für solche Umweltfrevel drastisch erhöht werden, damit wenigstens ein Abschreckungseffekt eintrete. Gerade weggeworfene, giftige Substanzen gefährdeten doch die Natur und damit letztlich auch die Menschen. Jüngst habe sie eigenhändig Farbeimer und einen Ölkanister aus dem Trollbach gezogen, berichtet Kunz. „Außerdem zieht Müll wiederum Müll an und lockt Ratten und anderes Ungeziefer an, das Krankheiten übertragen kann“, meint Kunz.
Natürlich habe sie die Ortsgemeinde über ihre Funde informiert, betont die Dorsheimerin, die sich jedoch darüber ärgert, dass oft nicht klar sei, wer eigentlich für die Beseitigung des Mülls zuständig sei.
Abhilfe erhoffe sie sich von den Verantwortlichen des Kreises. Daher habe sie jetzt einen Brief an den Landrat geschrieben, in der Hoffnung, dass der Kreis initiativ werde und zudem Maßnahmen ergreife, um das Umweltbewusstsein der Bürger zu stärken.
Um die Bevölkerung aufzuklären, unternehme der Kreis einiges, unterstreicht Kreisbeigeordneter Hans-Dirk Nies auf Nachfrage der AZ. Informations-Broschüren, Tage der Offenen Tür im Kompostwerk, wo sich die Bürger informieren könnten oder etwa die Servicehotline des Abfallwirtschaftsbetriebes dienten dazu ebenso wie vom Kreis finanzierte Exkursionen von Schulkindern zu Entsorgungseinrichtungen. All dies solle die Sensibilität der Bürger für die Müllproblematik schärfen, erläuterte Nies.
Für den an den Kreisstraßen liegenden Müll sei als Straßenbaulastträger der Landesbetrieb Mobilität zuständig, informierte Nies. In dessen Auftrag würden die Straßenmeistereien regelmäßig die Straßenränder absuchen. Für die Beseitigung des Mülls in der Gemarkung unweit oder direkt neben Feldwegen seien nach dem Abfallgesetz in der Regel die Ortsgemeinden verantwortlich. „Unser Abfallwirtschaftsbetrieb stellt den Gemeinden Container zur Verfügung, in denen der Müll entsorgt werden kann“, informierte Nies. Liege der Müll jedoch auf privaten Grundstücken, müssten ihn die Privatleute beseitigen, „was wir ihnen aber ebenfalls kostenlos anbieten“, wie Nies betonte.

