„Friedensfenster“ soll Akzente setzen
06.02.2012 - BRETZENHEIM
Von Jens Fink
RENOVIERUNG Bretzenheims evangelische Kirche wird umgestaltet / Künftig im Winter Gottesdienste im umgebauten „Elisabethensaal“
Im Zuge der in den kommenden zwei Jahren anstehenden Renovierung der Friedenskirche will die evangelischen Kirchengemeinde im Innern des Gotteshauses neue Akzente setzen. Dazu soll insbesondere ein künstlerisch gestaltetes „Friedensfenster“ dienen.
Viele ältere Gottesdienstbesucher wünschten sich, in der kalten Jahreszeit keine Zugluft mehr zu spüren, was im großen und schwer zu heizenden Hauptraum der Kirche jedoch schwierig sei, berichtet Pfarrer Wolfgang Lermen. Da entstand die Idee, den bisher eher als Abstellkammer für Möbel genutzten großen Vorraum, den „Elisabethensaal“, zu einer „Winterkirche“ umzugestalten und hier Gottesdienste zu feiern, erläutert Lermen.
Neue, große Glasfenster zwischen Vor- und Hauptraum sollen die bisherigen Buntglasfenster ersetzen. Diese würden dann den ungehinderten Blick zum Altar gewährleisten und den Gläubigen beim winterlichen Gottesdienst den Eindruck vermitteln, sich inmitten der Kirche zu befinden, erklärt der Pfarrer.
Ein Kernstück in der Umgestaltung des Elisabethensaals soll ein künstlerisch gestaltetes „Friedensfenster“ bilden, das das große und arg renovierungsbedürftige Fenster ersetzen soll, das in Richtung des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers weist. Dieses bunt und fantasievoll kreierte Fenster solle die Christen fortan auf den Gottesdienstbesuch einstimmen, erläutert Lermen. Natürlich müsse die Ausführung des Kunstwerkes zur 2005 erfolgten Namensgebung „Friedenskirche“ passen. „Gerade in Hinblick auf das „Feld des Jammers“ ist zu bedenken, dass Christus den Zaun der Feindschaft zwischen den Völkern Europas - Gott sei Dank - abgebrochen hat“, meint Lermen.
Das neu gestaltete Fenster solle daher die Dankbarkeit der Menschen für diese Versöhnung zu Ausdruck bringen, „denn Versöhnen ist Gott gefällig“, bekräftigt Lermen. Jedoch solle im Kunstwerk auch aufgezeigt werden, wo es noch Mauern zwischen den Menschen gebe, die eingerissen werden müssten. Zur Freude des Pfarrers haben Gläubige bereits rund 500 Euro für das Projekt gespendet. Dessen Realisierung würde jedoch bis zu 5 000 Euro kosten, informiert Lermen. Die künstlerischen Arbeiten sollen ausgeschrieben und damit mehrere Künstler angesprochen werden. Das fertig gestaltete Fenster werde durch eine Doppelglasscheibe eingefasst und damit vor Kratzern und anderen Beschädigungen geschützt, erläutert Lermen. „Das kunstvoll gestaltete Fenster wird den Gläubigen künftig den Friedenscharakter unseres Gotteshauses auf ganz besondere Weise vermitteln und zudem unsere Kirche auch ästhetisch erheblich aufwerten“, ist sich Pfarrer Lermen sicher.

