Robin Scheurer beendet bald Freiwilliges Soziales Jahr in Simmertaler Kindertagesstätte
12.07.2012 - SIMMERTAL
Von Klaus Pfrengle
Nach der Schule direkt die berufliche Karriere vorantreiben? Viele junge Menschen wählen zunächst einen kleinen Umweg, der sich jedoch auf vielfältige Weise auszahlen kann. Vor gut einem Jahr hat sich Robin Scheurer aus Hennweiler für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Kindertagesstätte in Simmertal entschieden. Für ihn persönlich eine gute Wahl, weil er damit seinem Berufswunsch als Erzieher ein gutes Stück näher gekommen ist.
Vor seinem ersten Arbeitstag war es ihm schon ein bisschen mulmig zumute, erinnert sich der mittlerweile 17-Jährige im Gespräch mit der AZ nur zu gut an den ersten Kontakt an neuer Wirkungsstätte. Doch die Erzieherinnen und vor allem die Kinder hätten ihm den Start in sein neues Aufgabengebiet sehr leicht gemacht. „Die Zeit bis heute ist wie im Flug vergangen“, erklärt Robin Scheurer.
Und jetzt, da es mit großen Schritten dem Ende zugeht, ist er ein wenig traurig, dass das Jahr schon vorbei ist. Für ihn sei die Arbeit mit allen Kindern, vor allem aber mit den älteren aus der „Blitz-Gruppe“, bereichernd gewesen.
Lebenserfahrung gewonnen
„Man gewinnt an Lebenserfahrung“, sagt einer, der vor allem bei den Jungen äußerst beliebt war. Ob beim Fußballspielen oder einfach nur Herumtoben - es passte perfekt. Auch bei den Mädchen war der offene und stets gut gelaunte junge Mann akzeptiert und so etwas wie der „Hahn im Korb“: „Sogar zahlreiche Heiratsangebote von jungen ,Damen’ sind bei mir eingegangen“, meint Scheurer schmunzelnd.
Robin Scheurer hat in der Simmertaler Kindertagesstätte offenbar seine Berufung gefunden: „Nach wenigen Monaten war mir klar, dass ich Erzieher werden möchte.“ Ob er nach seiner Ausbildung wieder mit Kindern arbeiten möchte, weiß er noch nicht. „Vorstellen kann ich mir das schon, aber bis dahin ist es ohnehin noch ein langer Weg.“ Rückblickend hat ihm die Kollegialität im Team sehr gut gefallen. „Ich war vom ersten Tag an in die täglichen Abläufe eingebunden.“
Lob zollt Kita-Leiterin Beate Keller: „Robin hat uns super unterstützt, und was noch wichtiger ist, einen Draht zu den Kindern gefunden.“ Ob Bastelangebote, Spiele vorbereiten oder die Kinder in positiven oder negativen Phasen unterstützen: „Scheurer widmete sich allen Aufgaben voller Aufmerksamkeit“ - besser hätte sein von den Erzieherinnen ausgestelltes Zeugnis kaum ausfallen können. „Seine ruhige Art, seine Kreativität und die positive Aura werden ihm sicherlich helfen, einmal im weiten Feld des sozialen Bereiches Fuß zu fassen“, ist sich Beate Keller sicher, dass der Beruf des Erziehers für Robin Scheurer maßgeschneidert ist. In diesem Moment zieht ein Junge den scheidenden FSJ-Mitarbeiter am Arm, um ihn zum gemeinsamen Spielen zu bewegen. „Ich kann das FSJ zum Kennenlernen von Berufsfeldern nur empfehlen“, sagt Robin Scheurer später. Mehr Kommentare lassen die Kinder nicht mehr zu. Nur noch schnell ein gemeinsames Foto in der Nestschaukel und dann ist er wieder als „Unterhalter“ gefordert.
Nur positive Erfahrungen
Insgesamt 34 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bisher bei verschiedenen Einrichtungen der Verbandsgemeinde Kirn-Land ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. „Die Erfahrungen waren durchweg positiv“, betonen VG-Bürgermeister Werner Müller und Günther Gerhardt, bei der VG-Verwaltung für das Thema FSJ zuständig, unisono.
„Robin Scheurer wird das Jahr auf seine weitere Ausbildung hin als Erzieher angerechnet“, beschreibt Günther Gerhardt einen nicht zu unterschätzenden Nebeneffekt im Hinblick auf den weiteren Werdegang.


