Lärmschutz - Verbesserung für alle
09.09.2010 - HOCHSTETTEN-DHAUN
Von Sascha Saueressig
ORTSUMGEHUNG Landesbetrieb Mobilität erörtert Einwände zum Ausbau der Bundesstraße 41
Der Abschluss des Anhörungsverfahrens für den Bau einer Umgehungsstraße der Bundesstraße 41 um Hochstetten-Dhaun ist am Dienstag Gegenstand eines Erörterungstermins zwischen der Planfeststellungsbehörde des Landesbetriebs Mobilität Rheinland-Pfalz aus Koblenz und Bürgern, Gemeinde und anderen Trägern öffentlicher Belange gewesen.
„Unser Ziel ist es“, sagte Moderator Stefan Schützke, „ihnen die Planung noch einmal zu erläutern und ihre Einwände wo immer möglich auszuräumen, damit im nächsten Schritt ein Planfeststellungsbeschluss gemacht werden kann.“ Das Ergebnis der Erörterung fließt dann in die Erstellung der Planfeststellung ein. Daher nutzten die rund 30 Betroffenen diesen Termin, ihre zuvor schriftlich eingereichten Einwände noch einmal mit den Vertretern der Koblenzer Behörde und den ausführenden Planern des Landesbetriebs Mobilität Bad Kreuznach zu erörtern.
Dabei standen neben Fragen der erforderlichen Ausgleichsflächen, der Abstufung der Kreisstraße 9 als Gemeindestraße vor allem die Befürchtungen der Anwohner im Vordergrund, dass die Ortsumgehung der Bundesstraße 41 für sie große Nachteile durch die Lärmbelästigung mit sich bringen werde. Insbesondere die Anwohner der Alten Straße sowie Im Ameisacker sehen sich durch die hohe Brücke vor dem Ortseingang aus Simmertal über die Gleise bis zum ehemaligen Spar-Markt-Lager in der Industriestraße gebeutelt. Denn während der Lärm derzeit im Tal die alte Ortslage betrifft, wird durch die Brücke der Lärm über die Böschung an ihre Häuser getragen.
Dr. Hans Jungelen, Referatsleiter Immissionsschutz, versuchte den Anwesenden deutlich zu machen, dass alle Anwohner gegenüber der derzeitigen Lage durch die mit dem Bau verbundenen Lärmschutzmaßnahmen profitieren würden. Ausgehend vom Emissionsort der Straße erläutere er alle Einflüsse, die den entstehenden Lärm bis zur Hauswand beeinflussen können, ausführlich. Man dürfe nicht vergessen, dass die Rechtslage bislang keinerlei Lärmschutzmaßnahmen durch den LBM aktiv oder passiv, zulasse, sagte Jungelen: „Entlang der gesamten neuen Straße werden drei bis 4,5 Meter hohe Lärmschutzwände entstehen und allein dadurch können wir von über 100 Gebäuden, an denen die Grenzwerte zu hoch sind, Werte innerhalb der gesetzlichen Grenzen erreichen.“ Die Grenzwerte für die Ortslage sind 59 Dezibel am Tag und 49 Dezibel in der Nacht. Zwar entfalteten die Lärmschutzwände ihre beste Wirkung direkt an der Straße und ebenerdig, daher würden zusätzlich auch an 56 Häusern passive Lärmschutzmaßnahmen wie dreifach verglaste Fenster, Türen und im Extremfall sogar Belüftungen installiert. „Wir haben alle infrage kommenden Aspekte errechnet und dabei auch die ungünstigsten Witterungsbedingungen oder Geschwindigkeitsüberschreitungen betrachtet“, erläuterte Dr. Jungelen. Diese Ergebnisse könnten so als Grundlage der Lärmschutzmaßnahmen deutlich verlässlichere Aussagen und vor allem auch Prognosen für die Verkehrsbelastung 2020 liefern als die zeitlich begrenzte Momentaufnahme einer Messung vor Ort. Hinzu komme, erklärte Norbert Olk, Leiter des LBM Bad Kreuznach, dass die geplante Brücke nach Rücksprache mit der Bahn die Gleise statt in einer Höhe von 6,2 Metern nur noch in 4,9 Meter Höhe überragen müsse. „Diese Reduzierung der Bauhöhe bringt nicht nur eine Kostenersparnis für uns als Bauträger, auch der Lärm wird nicht ganz so stark nach oben gehen wie ursprünglich geplant.“
Zwei Einwände von Bürgern konnten an diesem Tag allerdings nicht abschließend geklärt werden. Die Besitzer der Häuser der Binger Landstraße 35 und 37 außerhalb der Ortslage Richtung Simmertal, würden ihre Grundstücke bereitwillig verkaufen, um neben der Bundesstraße nicht künftig zusätzlich drei Meter vor ihrer Grenze auf eine vier Meter hohe Lärmschutzwand blicken zu müssen - und für die Firma Fries, die das ehemalige Spar-Markt-Lager für die Produktion ihrer Fastnachtsartikel und als Bürogebäude nutzt, müssen noch Lärmberechnungen erstellt und eingearbeitet werden. Für die Gemeinde sind diewichtigsten verbleibenden Streitpunke die Zukunft der Kreisstraße 9 sowie die Ausweitung der eigentlich innerörtlichen Anbindung der Straße ins Industriegebiet als Hauptanbindung zur neuen Ortsumgehung.
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