An allen Ecken fehlen Leute
23.01.2012 - HEIMWEILER
Von Fabian Siegel
TUS Größter Verein in Heimweiler sucht dringend Übungsleiter und Warte für einzelne Bereiche
Viele Vereine stehen dieser Tage vor der Auflösung - weil Mitglieder fehlen. Auch der TuS Heimweiler hat Probleme, jedoch aus einem ganz anderen Grund: Der Mangel an Führungskräften stellt den Verein vor eine echte Zerreißprobe.
„Aktuell läuft der Motor TuS Heimweiler noch, allerdings nicht mehr mit allen Zylindern“, beschrieb der Vorsitzende Michael Jacoby bei der Mitgliederversammlung die Situation. Zwar konnte der seit einem Jahr vakante Posten des Zweiten Vorsitzenden am Samstagabend besetzt werden, inzwischen fehlen dem Verein jedoch nicht nur wie bisher Sport- und Turnwart, sondern auch Jugend- und Kulturwart. „Die Warte sind wichtige Verbindungsglieder zwischen Vorstand und Übungsleitern“, erklärte die bisherige Schriftführerin und neue Zweite Vorsitzende Carola Schick. Im vergangenen Jahr sei es aufgrund der Unterbesetzung leider vorgekommen, dass wenige Vorstandsmitglieder deutlich mehr Arbeit zu leisten hatten. „Wenn du dann selbst noch als Übungsleiter eine Gruppe hast, gehst du schnell auf dem Zahnfleisch und musst über kurz oder lang überlegen, was du aufgibst“, klagte die Schriftführerin.
„Aktuell fehlen uns Übungsleiter, um das Wochenangebot an Kursen auf Niveau halten zu können“, berichtete Schick. Neue Ideen seien willkommen, auch in Anbetracht der Tatsache, dass wichtige Übungsleiter in den kommenden Jahren aus Altersgründen wohl ausscheiden werden. „Durch die Unterbesetzung kommen wir als Verein nicht mehr effektiv nach vorne, weil wir viel zu sehr damit beschäftigt sind, die laufenden Prozesse irgendwie am Leben zu erhalten“, ergänzte Jacoby.
Sportlich sieht es beim TuS weiterhin gut aus: Neben neuen Vereinsrekorden und zahlreichen Meistertiteln steht 2011 sogar die erste Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft im Mehrkampf zu Buche. „Für unser Konzept der Ferienwoche im Sommer sind wir sogar von der Sportjugend Rheinland mit einem Förderpreis ausgezeichnet worden“, sagte Schick. „Dennoch: die Bereitschaft, aktiv im Verein mitzuhelfen, geht seit Jahren so sehr zurück, dass trotz konstanter Mitgliederzahlen um die 460 ein Versorgungsausfall droht“, warnt sie.
Über mögliche Lösungen habe man bereits nachgedacht. „In anderen Vereinen verdienen die Übungsleiter bis zu acht Euro die Stunde, bei uns ist das bisher deutlich weniger. Da könnten wir nachziehen“, schlägt Schick vor. Möglich machen könnte dies die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge, die die Versammlung denn auch gleich beschloss.
Für zehnjährige Mitgliedschaft im Vorstand wurden Klaus Stiwitz, Klaus Günter, Gerhard Horbach und Bernd Kiy, für 20 Jahre Klaus Wöllstein, Dieter Reiß und Günter Henn ausgezeichnet.

