TOURISMUS In drei Jahren wieder Wein aus der Staudernheimer Goldgrube
(wmy). Was da in einer kleinen Pause zwischen der Arbeit des Setzens neuer Weinstöcke am Staudernheimer Hang, rechts von der Straße nach Bad Sobernheim, vor sich gehe, sei von nicht zu unterschätzendem Gewicht, betonte Bürgermeister Rolf Kehl. Begonnen habe das Projekt in Zusammenarbeit von Kreis, Arbeitsverwaltung und Verbandsgemeinde noch zu seiner Zeit als Kreisbeigeordneter. Nun werde, so Kehl mit einem dicken Dankeschön an das Bad Sobernheimer Weingut Karlheinz Schneider und Sohn, das absolute i-Tüpfelchen auf all die Bemühungen gesetzt. Dabei war die Idee, einen Teil des Hangs mit Riesling in der traditionellen Einzelstockerziehung zu setzen, von Bernd Schneider ausgegangen.
Alles, was sich so zwischen Weinbergmauern abspiele, interessiere ihn brennend. So sei er, berichtet Schneider, mit Thomas Bender von der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung ins Gespräch gekommen, als der den Orchideen Bocksriemenzunge und Purpurknabenkraut, dem wilden Salbei und Oregano, der Golddistel und vielen anderen der Besonderheiten der Brachen auf der Spur gewesen sei. Bender begleitet das Projekt "Wiederherstellung von Trockenmauern verfallener Weinbergskulturlandschaft", von dem er sich Bestes für Flora und Fauna dieser so spezifischen Weinbergskultur erhofft.
Dass mit Anlage eines Weinbergs in traditioneller Art zugleich ein Teil des Werdens dieser Kulturlandschaft vor Augen gebracht werden müsse, war für Schneider sofort klar. Nach langen Vorarbeiten ist das nun in die Tat umgesetzt. 250 Rieslingstöcke haben Schneider und seine Söhne Christoph und Andi gesetzt und somit die in der alten Weinbergslagenkarte von 1901 als Gemarkung Hohrech verzeichnete, später "Goldgrube" genannte Lage wieder zum Leben erweckt. Was das für eine Maloche früher im Weinberg gewesen ist, könne man hier so richtig nachempfinden, meint Schneider. Aber auch welche Güte der Wein haben könne, ließe sich in dem perfekt südexponierten Hang bei jedem Sonnenstrahl spüren. In vielleicht drei Jahren, so Schneider, könnte der erste Wein schon gelesen werden.
Kehl und KTI-Mitarbeiterin Renate Scheffold versprechen sich über den Landschaftsschutz hinaus, dass mit Weg und Anbindung zum Aussichtsturm, botanischem Lehrpfad und Weinberg das touristische Angebot der Verbandsgemeinde hervorragend ergänzt werde. Für Einheimische und als hervorragendes Anschauungsmaterial für Schulen dürfte der Hang ebenso interessant sein, hofft Kehl.
Für den 28. Mai um 18 Uhr ist die Einweihung des Weinbergs angesetzt. Bis dahin werde es wohl auch möglich sein, den Hang als Fußgänger gefahrlos zu erreichen, kündigte der Bürgermeister an. Wie, das wollte Kehl noch nicht verraten.

