SYNAGOGE CDU-Politiker stellen anderes Abstimmungsverhalten in Aussicht
(dz). Zu unserem Bericht "Mehrheit schlägt Stiftung aus" nehmen die CDU-Politiker Peter Öhler, Jörg Maschtowski und Axel Hill Stellung. Die AZ hatte berichtet, dass die von ihnen geführte Mehrheit im Bauausschuss die Installation eines Videos über die Geschichte der Juden in Bad Sobernheim und die Aufstellung eines Harmoniums abgelehnt hatte.
Nun "widersprechen die Unterzeichner energisch", dass die CDU-Fraktion versuche, "...die frühere Synagoge nur noch als reine Bücherei zu führen und nicht mehr als Gedenkstätte...", wie es im AZ-Bericht hieß. Vielmehr werde von ihnen nach wie vor die Einrichtung Kulturhaus Synagoge befürwortet. Die CDU-Politiker wollen das Andenken an die jüdische Geschichte in Bad Sobernheim keineswegs in Frage stellen. Lediglich zwei von der Planung abweichende Ausstattungsdetails würden von ihnen zur Zeit abgelehnt, da die technischen Vorraussetzungen nicht abschließend geklärt seien.
So werfe die Videoinstallation Fragen auf, die der amerikanische Künstler bereits vor einem Jahr habe klären wollen, die Information aber bis heute schuldig geblieben sei. Dem Wunsch, die Installation erst in der letzten Woche vor der Einweihung umzusetzen, können die drei Ratsmitglieder "im Moment nicht entsprechen, da Heizkörper umgesetzt und Elektroleitungen neu verlegt werden sollen".
Des Weiteren sehe die Planung auf der Empore die für den Büchereibetrieb dringend erforderlichen Leseplätze vor. Diese würden wegfallen, falls das von Hans-Eberhard Berkemann gewünschte Harmonium aufgestellt werden würde, meinen die CDU-Ratsherren. Bei diesem Harmonium handele es sich im übrigen keinesfalls um das ursprüngliche Instrument. Öhler, Maschtowski und Hill stellen in Aussicht, sollten diese beiden Ausstattungsdetails geklärt sein, im Stadtrat anders abzustimmen als im Ausschuss.
Abschließend bemerken sie, dass die Sanierung des Gebäudes von Anfang an untrennbar mit der geplanten Nutzung als Bücherei verbunden sei. Im Januar 2001 habe der Stadtrat mehrheitlich den Ankauf des ehemaligen Synagogengebäudes beschlossen, um es als "...Bücherei und Versammlungsraum..." zu nutzen. Im Nutzungsvertrag vom September 2001 zwischen Synagogenverein und Stadt sei festgehalten worden, dass man gemeinsam "...die Einrichtung der Stadtbücherei, der evangelischen Bücherei sowie ein Jüdisches Einwohnerarchiv..." anstrebe. "Ein einwandfreier Büchereibetrieb im Kulturhaus Synagoge erscheint uns somit gerechtfertigt", erklären die CDU-Politiker.

