Montag, 13. Februar 2012 00:27 Uhr
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Allgemeine Zeitung

Bad Sobernheim 

Gläsernes Schaufenster zum alten Untergrund

12.02.2010 - BAD SOBERNHEIM

SYNAGOGE Relikte sichtbar gemacht/Offizielle Einweihung am 30. Mai

(zie). Ein sehr interessantes Schaufenster in die bauliche Vergangenheit der ehemaligen Synagoge wird sich am 30. Mai, dem Tag der offiziellen Einweihung des Gebäudes als "Kulturhaus Synagoge", auch für die Besucher öffnen.

Diese mit trittfestem Panzerglas überdeckte schachtartige Öffnung im Fußboden unweit der Eingangstüre ermöglicht dann einen Blick auf die eigens dafür erhaltenen Fundamentreste des früheren jüdischen Gotteshauses. Im Licht der im Schacht befindlichen Strahler sieht der Besucher dann etliche restaurierte Quadersteine in ihrem ursprünglichen Zusammenhang.

Hans Eberhard Berkemann, Vorsitzender des Fördervereins Synagoge Sobernheim, ist stolz auf das Kleinod und berichtet zur Vorgeschichte, dass schon 2008 zwei Ecken von Fundamenten der Süd- und der Nordwand gefunden wurden. Als dann im Januar 2009 der Fußboden des Gebäudes ausgebaggert wurde, kamen weitere Fundamentrelikte der Westwand mit Ecke zur alten Eingangstüre zum Vorschein. Damals habe er sofort beantragt, diese wertvollen architektonischen Überbleibsel nun unbedingt zu erhalten und im Gebäude sichtbar zu machen. Denn die Geschichte des Hauses muss für die Besucher auch auf diese Art ablesbar und so deutlich erfahrbar sein, ist Berkemann überzeugt.

Der städtische Bauausschuss lehnte in seiner Sitzung eine Kostenübernahme jedoch ab, da er "eine schleichende Kostenüberschreitung" befürchtete, wie Berkemann dazu sagte. So gab es dann einen schnellen Entschluss der Synagogenförderer, diese Kosten selbst zu übernehmen, um eben die Historie der Synagoge vor Ort auch deutlich sichtbar und ablesbar zu machen, betonte der Vorsitzende nochmals, ansonsten hätte sich der ganze finanzielle Aufwand nicht gelohnt. Solche Sichtfenster gehörten im Übrigen heute schon zum Standard bei Renovierungen historischer Bausubstanz.

"Während der ganzen Zeit der Sanierung der alten Synagoge hat das Haus auch zu uns gesprochen - man musste nur bereit sein, dies wahrzunehmen", sagte Berkemann.

Hans Eberhard Berkemann am offenen Schacht mit den Fundamentresten, kurz bevor das Panzerglas sie abdeckte. Foto: Ziegler


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