(ttt). Der Protest der Bürger gegen die von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) geplante Verlegung der ärztlichen Notfalldienste nach Meisenheim zeigt offenbar Wirkung. Monia Bungert, Pressesprecherin der Mainzer KV, bestätigte gestern der AZ, dass man sich auf einen Kompromiss hin bewege. Der könnte erst mal so aussehen, dass der Notfalldienst in Bad Sobernheim und Umgebung wie all die Jahre beibehalten wird, bis eine Notfallzentrale am Kirner Krankenhaus eingerichtet ist. Eine endgültige Entscheidung werde der Vorstand der KV am Montag treffen, kündigte Bungert an.
Nachdem die AZ vor Monaten vom Plan der KV berichtet hatte, die Notdienste über Meisenheim abzuwickeln, lief die Bürgerschaft gegen diese Variante Sturm. Weit über 2000 Unterschriften wurden gesammelt, schließlich schalteten sich auch Landespolitiker ein - ganz vorne Christdemokratin Bettina Dickes, bei der von ihr organisierten Podiumsdiskussion zum Thema war dem Vertreter der KV die Stimmung vor Ort wohl eindringlich vor Augen geführt worden.
Maßgeblich war auch, dass sich herausstellte, dass die von der KV als Argument genannte Überlastung der Ärzte mit Notfalldiensten von den Medizinern selbst nicht gesehen wurde und offenbar nur einige Mediziner aus dem Odernheimer Raum der Meisenheimer Lösung zustimmen.
Das Fernsehen hat seine für den heutigen Mittwoch auf dem Marktplatz vorgesehene Diskussionsrunde mittlerweile abgesagt.

