Neuer Ausschuss für Sport und der Sprung über die B 41
01.09.2010 - BAD SOBERNHEIM
Von Gert Schatto
FRAGEN DER WOCHE Die Bürgermeisterkandidaten zu Sportplatzproblematik und Industrieansiedlung
Am 12. September wählt Bad Sobernheim den neuen Bürgemeister. Jede Woche stellen wir den vier Kandidaten zwei Fragen. Heute geht es um Sportplätze und Industrieansiedlung.
Alois Bruckmeier: Über den Staaren hält ja noch der Insolvenzverwalter des SC die Hand. Wir wissen noch nicht, ob die Gläubigerversammlung dem Angebot von Stadt und Verbandsgemeinde für den Kauf des Erbbaurechts zustimmt. Erst danach haben wir auf dem Sportplatz freie Hand und können darüber reden, ob, wie von Verbandsgemeinde-Bürgermeister Rolf Kehl gewollt, die Stadt den Staaren übernimmt.
Das mit der Industriefläche ist ein heißes Eisen. Ich würde das Gelände auf Höhe des Friedhofs nördlich der B 41 favorisieren, außerhalb des Wasserschutzgebietes.
Ron Budschat: Für den Rasenplatz im Staaren scheint sich nach einem Jahr intensiver Verhandlungen eine Lösung abzuzeichnen. Der Schulsport wird hier wieder seinen Platz finden. Auch der HSV sollte hier sein Felketurnier ausrichten können. Ob auch Phönix diese Rasenfläche mit dem neuen Vereinsheim nutzen kann, muss verhandelt werden. Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Die jetzige, nicht genutzte Fläche muss mit einem Minimum an Kosten zu einer zweiten Rasenfläche werden. Der Erhalt des alten Vereinsheims könnte durch eine Patenschaft mit einem Sportverein (z.B. HSV) gesichert werden.
Den Bedarf an Erweiterungsflächen für Industrie und Gewerbe sehe ich als grundsätzlich gegeben. Neben der Bilanzierung der Restflächen muss allerdings eine nachhaltige Entwicklung im Vordergrund stehen, um unser zweites großes Standbein, den Tourismus, nicht zu gefährden. Ich würde in einem großen Bogen eine Verbindung von Hay- und Breitlerstrasse schaffen, um die Fläche südlich der B41 bis zur Gemarkungsgrenze Nußbaumer Wäldchen zu erschließen. Damit würde man Platz für die nächsten Jahre schaffen, ohne den ökologisch sehr zweifelhaften Sprung über die B 41 nach Norden zu wagen.
Michael Greiner: Die SPD hat 2007 die Initiative ergriffen und ein Konzept einer 2. Rasenspielfläche im Staaren vorgelegt. Viel Überzeugungsarbeit war notwendig, bis im Juni 2009 die Finanzaufsicht grünes Licht gab. Dass der Rat das Vorhaben nicht mehr im Konsens, wie es bis zur Wahl 2009 war, vorantreibt, ist bedauerlich. Es soll keine Luxusvariante gebaut werden, sondern ein DIN-gerechter Platz zum Nutzen für Schulen und Vereine. Die Anträge liegen vor, die Planung ist bezahlt. Daran halte ich fest. Eine „schnell-mal-drüber-Lösung“ ist keine Grundlage für eine Entwicklung unserer Sportstätten.
Schon 2005 hat der Rat mit großer Mehrheit den Beschluss gefasst, die Fläche nördlich der B 41 in den Flächennutzungsplan aufzunehmen. Als es 2008 Bedarf gab, wurden Aktivitäten gestartet. So dachte man jedenfalls. Anstatt klare Position für eine Entwicklung zu beziehen, versteckten sich viele hinter einem Gutachten, das, so stellte sich ja heraus, nie in Auftrag gegeben wurde. So stehen wir wieder am Anfang. Aber ohne ein klares Bekenntnis zum Standort und damit auch zu weiteren Flächen nimmt man Gewerbe und Industrie die Möglichkeit zur Entwicklung und gefährdet Arbeitsplätze.

