Der Saarplatz kann ein paar Lieder davon singen
15.06.2010 - BAD SOBERNHEIM
Von Wilhelm Meyer
SOONAHE Live „DieOhr“ sorgt für beste Stimmung
Wenn Udo Jürgens sich anhört wie Marius MüllerWesternhagen, und dann auch noch so aussieht, dann spielt „DieOhr“ auf. Das sind drei Jungs, Olli, Zeppi und jo, in dieser Reihenfolge und Schreibweise.
Der Saarplatz kann nun ein paar Lieder davon singen. Wenn nämlich ein paar Hundert Leute zusammen kommen, die Tische richtig gestellt sind, die Stimmung konzentriert ist, dann sieht die Kreuzung um Saarstraße und Fröschengasse plötzlich wieder aus wie ein richtiger Platz. Das jedenfalls war ein richtiger Griff, den „SooNahe Live“ im zweiten Konzert der Reihe des „musikalischen Sommers“ von Wifög und Werbegemeinschaft aufs Pflaster gelegt haben. Es wurde getanzt, mitgesungen und geklatscht, und hätte DieOhr nicht am Abend noch einen weiteren Auftritt gehabt, wer weiß, wie lange es gegangen wäre.
Am Publikum lag es nicht. Das klatschte sich gegen Ende noch mal so richtig die Hände heiß. Da waren aber schon weit mehr als zwei Stunden abgegangen. Und vielleicht wollten die Wolken ja auch zuhören oder nur schauen, was da Besonderes los war. So tief hingen sie jedenfalls herunter.
„Gimme Hope, Joachim!“
Aber auch gegen eine Life Übertragung dieser Fußballweltmeisterschaft muss man erst mal den Mut haben aufzutreten. Ganz ging das Geschehen in Johannesburg, Durban, Kapstadt und Pretoria auch am Konzert nicht vorbei. Klar das ein Antiapartheidsong wie Eddy Grant‘s Gimme Hope Jo’anna für DieOhr in diesen Zeiten eine Herausforderung darstellt. „Gimme Hope Joachim“ ist die perfekte Antwort. Die hintergründige Version, die das Zeug zum WM-Hit auf Bad Sobernheims Saarplatz locker unter Beweis stellen konnte, war lustige Einladung zum Mitsingen und hintergründige Erinnerung an eine noch nicht lange zurückliegende Zeit. Das nämlich ist die WM in Südafrika auch, eine Feier, dass die Apartheid überwunden werden konnte.
Aber auch beim Abzählen der Meisterdaten ’54, ’74, ’90 und die 2010 blieben die Drei von DieOhr nicht lange allein: „Die erste ein Wunder, die zweite Glück, dann der verdiente Lohn und jetzt 2010 vielleicht die Sensation“: Immer wieder mussten Tische und Bänke für viele, die von Stimmung und Musik angezogen zufällig vorbeikamen und blieben, zusätzlich herbeigeschafft werden.
Zufrieden mit dem Abend war auch Gerti Bamberger aus Kirschroth. Mögliche Befürchtungen, sich die Beine in den Bauch stehen zu müssen, waren wie weggeblasen. Für leckeren Wein sorgte ihr Weingut Bamberger und über zu wenig Arbeit brauchte sich auch am Imbiss niemand beklagen.

