"Da fehlen einem die Worte"
18.03.2010 - BAD SOBERNHEIM
SYNAGOGE SPD-Sprecher Greiner kritisiert Christdemokraten
(ttt). Die von den Christdemokraten Peter Öhler, Jörg Maschtowski und Axel Hill ausgelöste Diskussion um die ehemalige Synagoge "schadet der Stadt. Da fehlen einem die Worte", richtete Michael Greiner bei der öffentlichen SPD-Fraktionssitzung deutliche Worte an die CDU: "Diese Kritiker sollten mal in sich gehen und überlegen, was sie da angerichtet haben", forderte der Sozialdemokrat, hat aber Hoffnung, dass auch jenes Trio mittlerweile "die Bedeutung der Sache erkannt hat". Den SPD-Fraktionssprecher wundert überdies "die Naivität" in der CDU "zu glauben, für den Umzug einer Bücherei 80 Prozent Zuschuss für ein 700 000-Euro-Projekt zu bekommen".
Mit der Aufstellung des Harmoniums, dem Thora-Schrein sowie der der Stadt gestifteten Video-Dokumentation über die Juden in Bad Sobernheim hätten Öhler, Maschtowski und Hill "kurz vor der Fertigstellung der Synagoge Dinge in Frage gestellt, die seit Jahren einvernehmlich behandelt werden", bedauerte Greiner. Er empfindet es als sehr bedenklich, dass hier eine von den Christdemokraten losgetretene Diskussion geführt wurde, die mittlerweile ja auch weit über die Grenzen des Landkreises hinaus aufmerksam verfolgt werde. Für den Sozialdemokraten ist die ehemalige Synagoge "ein Stück Verantwortung für uns, in Gedenken an das, was in Deutschland mal war". Greiner sieht hier "nichts, was zu diskutieren wäre".
Für die SPD ist die Sanierung der ehemaligen Synagoge nur der Anfang. Die Stadt müsse vor dem Ensemble mit Amtsgericht und Malteserkapelle im Schatten der Matthäuskirche auch das Umfeld sanieren: "Das bringt Leben in die Innenstadt, das Ganze hat eine Aufwertung verdient."

