KULTURHAUS Planung für Einweihung schwierig
(dz). Die Planungen für die Einweihung des Kulturhauses Synagoge, unter dessen Dach die evangelische und die städtische Bücherei Platz finden, stehen noch ganz am Anfang. Das wurde in der Sitzung des Hauptausschusses deutlich. Die Stadt betreibt Renovierung und Umbau des ehemaligen Sakralbaus und ist deshalb auch für dessen Einweihung zuständig.
Bereits die Festsetzung eines Termins für die Feierlichkeiten im April oder Mai bereitet offenbar einiges Kopfzerbrechen. "Der letzte gefundene Termin überdauerte gerade mal eine halbe Stunde", berichtete Stadtbürgermeister Dr. Felix Welker. Christliche und jüdische Kalender müssen abgeglichen werden. Da die Einweihung ins Frühjahr fällt, finden parallel in Stadt und Umkreis zahlreiche Veranstaltungen statt. Dazu kommen Konfirmations- und Kommunionfeiern, auf die die Pfarrer bereits aufmerksam gemacht haben. Dadurch ist etwa die Malteserkapelle nicht immer verfügbar.
Dieser nur rund 50 Meter von der Synagoge entfernt liegende Bau wird nach Ansicht Welkers benötigt, um die Einweihungsfeier dorthin zu übertragen. Man rechnet nämlich mit bis zu 300 Gästen, die nicht alle im neuen Kulturhaus Platz finden würden. Auf der Liste des Fördervereins stehen jetzt schon rund 200 Personen, die persönliche Einladungen bekommen. Dazu kämen rund hundert Bürger, denen man auch den Zugang nicht verwehren will. Doch es ist völlig offen, wie viele Sobernheimer sich tatsächlich für die Einweihung interessieren könnten.
Deshalb wird es für die Verantwortlichen auch nicht leicht sein, den Aufwand für die Feierlichkeiten im voraus abzuschätzen. Die Bewirtung geladener Gäste am Vorabend der Einweihung lässt sich recht leicht kalkulieren. Für den Tag der Einweihung selbst fehlen noch fast alle wichtigen Punkte. Herbert Wenz, Büroleiter im Rathaus, mahnte die Runde allerdings, der Verwaltung bald Zahlen zu nennen, denn die Kosten müssten im Haushalt 2010 veranschlagt werden. Derzeit geht man von rund 5000 Euro aus.
Wie hoch der Aufwand tatsächlich wird, hängt von vielen Faktoren ab. Reichen Kulturhaus und Malteserkapelle und bei gutem Wetter die Fläche dazwischen aus? Wird ein Festzelt aufgestellt? Wie teuer kommen kulturelle Beiträge, etwa von Musikgruppen? Wie viele Gäste werden tatsächlich bewirtet mit Imbiss und Umtrunk? Der Stadtchef jedenfalls machte klar, dass die Teilnahme vieler Bürger ausdrücklich erwünscht sei. Welker sprach dabei von dem Gedanken der Völkerverständigung.
Vieles ist noch unklar. So hält Willi Scheer (CDU) die Aufteilung des Publikums auf zwei Orte - Synagoge und Malteserkapelle - für unglücklich. Wenn sich die Gäste aufteilen müssten, sei nur sehr schwer eine Gemeinsamkeit herzustellen. Für die Kostenkalkulation riet Scheer, bei den Vereinen nachzufragen, die über große Fest-Organisations-Erfahrung verfügten.

