Zukunft des Besucherzentrums auf dem Disibodenberg offen
12.07.2012 - ODERNHEIM
Von Wilhelm Meyer
Das Besucherzentrum mit Museum und Toilettenanlage sowie die Wegführung auf den Disibodenberg haben in dieser Form keine Zukunft. Mit dieser so bislang noch nicht bekannten Aussage traten Matthias Adams und seine Frau Luise von Racknitz-Adams als Vorsitzende der Disibodenberger Scivias-Stiftung am Montagabend der Besuchergruppe entgegen, die auf Einladung des CDU-Gemeindeverbandes die Ruine auf dem Disibodenberg begehen wollte.
Wie Matthias Adams erläuterte, sei der ursprüngliche Kaufvertrag für das Grundstück des Besucherzentrums zwischen der Stiftung und Ehrengard von Racknitz aufgrund formaler Mängel rückgängig gemacht worden. Zudem vertrat Adams die Ansicht, dass die damals geleisteten Zahlungen und gegenseitigen Ansprüche aufgerechnet werden müssten - und somit unter anderem das Grundstück, auf dem sich heute Besucherzentrum mit Museum und Toilettenanlage befinden, in den Besitz des Weingutes von Racknitz zurückkommen.
Neue Wege der Kooperation
Zu dem Informationsbesuch hatte die Landtagsabgeordnete Bettina Dickes als Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes auch Interessierte aus den anliegenden Gemeinden auf die Klosterruine Disibodenberg geladen. Mit dabei waren Vertreter des Kulturausschusses des Landtages, Verbandsbürgermeister Rolf Kehl sowie Vertreter der Gemeinden und interessierte Bürger. „Auf welcher Grundlage die Stiftung, deren Vorsitzende ja mit den Betreibern des Weingutes identisch sind, in der Vergangenheit das Besucherzentrum betrieben hat und vor allem in der Zukunft betreiben will, ist noch unklar“, berichtete Dickes im Anschluss an die Begehung in einem Pressegespräch. Solle die Ruine als Kulturgut erhalten bleiben, werde man andere Wege der Kooperation finden müssen, sagte die Abgeordnete.
Adams erklärte auf AZ-Anfrage, dass die Aufgaben der Stiftung nun von Stiftungsrat und Kuratorium neu zu regeln seien. Er machte deutlich, dass für das Besucherzentrum eine andere Lösung notwendig sei. Auch eine andere Zuwegung, die den Disibodenberger Hof mit seinen Bewohnern nicht tangiere, müsse gefunden werden.
Gesellige Weinprobe
Im Anschluss lud die CDU zur geselligen Weinprobe ins Odernheimer Weingut Grossarth. Dort drehte sich die Diskussion ausschließlich um den Besuch auf dem Disibodenberg. So eindeutig, das wurde in den Äußerungen deutlich, war es keinem der Anwesenden bislang klar, dass bisher Gewohntes in Zukunft am Disibodenberg nicht bestehen bleibt. Hatte mancher bislang noch geglaubt, wenn erst das Geld zum Betrieb von Toiletten und Museum gesichert sei, würde der Betrieb in die alten Bahnen zurückkehren.
Dass jedoch die öffentliche Hand nicht so ohne Weiteres ein einmal gefördertes Projekt fallen lassen könne, um es an anderer Stelle neu zu errichten, brachte Bettina Dickes in die Diskussion. Man könne nicht Gemeinden zwingen, Zuschüsse für Kindergärten zurückzuzahlen, wenn die Funktion nicht mehr aufrechterhalten werde und gleichzeitig auf die möglichen Forderungen an die Scivias-Stiftung verzichten. Mit der Vergabe der Mittel sei die Auflage verbunden gewesen, „dass Klosterruine sowie Besucherzentrum für die Dauer von mindestens 30 Jahren der Öffentlichkeit zugänglich sein müssen“. Ziel sei aber, eine einvernehmliche Lösung zu finden.
Auch Adams bestätigte, dass diese Entwicklung nicht bedeute, dass sich die Stiftung nicht um Lösungen bemühe. So sei die Stiftung weiterhin mit Kulturstaatssekretär Walter Schumacher im Gespräch.
Hierbei sieht der Stiftungsvorsitzende nun auch VG-Bürgermeister Rolf Kehl gefordert, der will allerdings ausstehende Gespräche zwischen Stiftung und Ministerium im August abwarten.


