Der einfache Frieden
22.04.2010 - KIRSCHROTH
Von Wolfgang Ziegler
FRÜHLINGSKONZERT Viel Beifall für Ost-Chöre beim Konzert der „Fröhlichen Zecher“
Bei ihrem Frühlingskonzert erlebten die Kirschrother „Fröhlichen Zecher“ nicht nur den Gesang ihrer Gäste. Man erfuhr ganz nebenbei auch, was die „Heiden von Kummerow“ oder das ehemalige Petrochemische Kombinat (PCK) Schwedt mit der Heimat der Besucher zu tun haben.
Denn die Kirschrother hatten sich neben dem Kinder-, Jugend- und Elternchor aus dem nahen Merxheim zum gemeinsamen Singen weitere liebe Gäste aus der ferneren Brandenburger Uckermark und aus Südthüringen eingeladen.
So gab im Vorspann des Auftritts eine der Sängerinnen des Frauenchors Landin aus der Uckermark einen informativen Abriss, wo Landin liegt - nämlich unweit des ehemaligen Petrochemischen Kombinats Schwedt an der Oder, wo zu DDR-Zeiten sowjetisches Erdöl und heute russisches Öl in den Raffinerien aufbereitet wird. Und wer das Buch oder den gleichnamigen Film „Die Heiden von Kummerow“ (DEFA-Produktion) kenne, habe eine gute Vorstellung von den Eigenarten der Menschen und von der Landschaft, in der Landin in der Uckermark liegt.
Dann sang der Frauenchor das Lied „Der einfache Frieden“, das im Westteil Deutschlands so gut wie unbekannt ist, aber in der ehemaligen DDR oft und gerne gesungen wurde. Denn es lobt, neben seiner eingängigen Melodie, auf ganz unideologische Weise den Frieden und das ruhige, schöne Leben der Menschen in ihm. Und der Seltendorfer Männerchor frotzelte vor seinem Auftritt in gemütlicher südthüringischer Mundart heiter, dass Seltendorf (bei der Spielzeugstadt Sonneberg) und sein Männerchor ja unbestritten ganz „international“ sind, in Anlehnung an das dort herrschende eigenwillig-autonome Lokalkolorit der benachbarten Ortschaften untereinander. Weiter lobten die Seltendorfer Sänger Thüringen als das „Grüne Herz Deutschlands“.
Nach dem Eingangsbeitrag der Kirschrother „Fröhlichen Zecher“, die Europa mit einem Auszug aus den „Europäischen Impressionen“ als großen und zukunftsträchtigen Kontinent thematisierten, gab es wunderschöne Lieder vom Merxheimer Kinder-, Jugend- und Elternchor, dem sich dann die Lieder des Landiner Frauenchors und des thüringischen Männerchors aus Seltendorf anschlossen. Dabei wurden unter anderem auch das sehr bekannte „Rennsteiglied“, das „Bundeslied“ oder der „Morgenruf“ gesungen, wofür es ebenfalls brausenden Beifall gab. Zuvor brillierten die Kirschrother auch mit „Gib mir Halt“ und die Merxheimer mit „Nur ein Clown, „Der Bienensong“ und „Recht auf Leben“. Viele weitere Darbietungen der Chöre aus Ost und West ließen den Abend zu einem ganz besonderen Erlebnis werden.
Gerda Bleisinger, die aus der Uckermark stammt, heute aber schon viele Jahre in Kirschroth wohnt, hatte den Kontakt zum Landiner Frauenchor hergestellt, berichtete Kurt Bamberger, 1. Vorsitzender der „Fröhlichen Zecher“. Der Kontakt zu dem Männerchor aus Seltendorf kam über Weinkundschaft aus Thüringen zustande.

