Arbeitskreis Asyl stellt weltweit wirkende "Save me"-Kampagne vor
jä. Zum Fest der Begegnung im Bonhoeffer-Haus stellte Marie Weber vom Arbeitskreis Asyl die Kampagne "Save me" (Rette mich) vor, mit der man für die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland werben will. 100 Paten für Menschen auf der Flucht werden gesucht, 15 Menschen aus der Stadt und dem Kreisgebiet haben schon eine feste Zusage gegeben. Diese positive Resonanz auf den ersten Aufruf für die Aktion "Save me" in Bad Kreuznach sei eine ermutigende Erfahrung, freute sich Marie Weber. "Es geht uns heute nicht um Flüchtlinge, die bereits hier sind, sondern um Menschen, die sich in den Flüchtlingslagern in aller Welt gerade so am Leben erhalten können", sagte Weber. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind weltweit 40 Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten von ihnen müssen jahrelang ohne eine Perspektive in überfüllten Lagern leben. Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) vermittelt ausgewählte Flüchtlinge an Staaten, die sich an einem Wiederansiedlungsprogramm beteiligen. Dabei handelt es sich um Personen, deren besondere Schutzbedürftigkeit festgestellt wurde. In erster Linie sind es Frauen mit Kindern, Minderjährige, Folteropfer und traumatisierte Menschen. Rund 155000 Flüchtlinge mit dieser besonderen Schutzbedürftigkeit wurden vom UNHCR 2008 in den Lagern weltweit ausgemacht, bemerkte Weber. Nachbarschaft Die Kreuznacher Initiative greift die "Save me"-Kampagne auf, die im Februar dieses Jahres in München ins Leben gerufen wurde und bisher mit großem Erfolg Paten geworben hat. Mit der Kampagne wird nicht nur für die Aufnahme von Flüchtlingen geworben, sondern auch für die Verbesserung des Flüchtlingsschutzes. Ziel sei es, so Weber, möglichst viele Menschen für diese Anliegen zu gewinnen. Der Aufbau einer möglichst breiten Lobby in der Bevölkerung könnte auch die Initiierung eines Wiederansiedlungsprogramms in Deutschland durch die Bundesregierung bewirken, hoffen die Initiatoren. Mit der Übernahme einer Patenschaft sei keine finanzielle Verpflichtung verbunden, erklärte Weber. Wenn es zur Aufnahme von Flüchtlingen kommt, sollen die Patinnen und Paten ihnen dabei helfen, die neue Heimat kennen zu lernen und sich zurechtzufinden. "Es geht einfach darum, die Menschen willkommen zu heißen und ihnen ein wenig beizustehen", sagte Weber. Wie Siegfried Pick vom Pfarramt für Ausländerarbeit erklärte, wird derzeit eine Homepage für die "Save me"-Kampagne eingerichtet, auf der man sich demnächst als Pate registrieren lassen kann.

