Von Beate Vogt-Gladigau
Wind und Wetter beeinträchtigen Treffen auf Nahewiesen / Zuschauer fasziniert Spektakel
NORHEIM Ungebrochen war die Faszination des Ballonfahrertreffens auch in seiner achten Auflage auf die Zuschauer. Das Wetter hatte zwar die Veranstaltung "fest im Griff", aber die Fuchsjagd um den Nahecup 2007 konnte dennoch gestartet werden.
Viel Nerven mussten angesichts der Wetterkapriolen Gastland-Nahe-Vorsitzender Matthias Harke und der Leiter der Luftfahrtveranstaltung, Wilhelm Lissmann, beweisen. Letzterer hatte regen Telefonkontakt zur Luftberatungszentrale des Deutschen Wetterdienstes. Den Fuchs - Vorjahressieger Frank Wilbert aus Stromberg - stellte in diesem Jahr Günter Ziewers aus Großlittchen bei Trier. Auf 53 Meter kam er an den Marker heran, den Wilbert auf einem Feld hinter Michelin auf der Planiger Seite der B 48 gelegt hatte. Der Cup-Gewinner wurde auf der Meddersheimer Weinwaage in einer gebührenden Zeremonie in Rebensaft aufgewogen. Bis auf 125 Meter kam Dolores Deimling aus Frankenthal mit ihrem Pizza-Ballon an die Markierung heran, und Karin Lichter aus Schweich, Pilotin aus dem "Mädchen-Team", das den Katzen-Ballon steuert, bis auf 171 Meter. Ziewers wird im kommenden Jahr als Fuchs verfolgt werden, Dolores Deimling, die dem Ballonfahrertreffen seit der Premiere im Jahr 2000 treu ist, wird sowieso wiederkommen, und auch die Mädchen-Crew zählt mittlerweile zu den Stammgästen des Treffens auf den Nahewiesen. Die Atmosphäre eines Sommerfestes mit Speisen- und Getränkeständen und einem Kinderkarussell ändert sich, wenn die Durchsage kommt: "In fünf Minuten Briefing für die Piloten". Zwar konnte man in diesem Jahr noch lange nicht davon ausgehen, dass der Start kurz bevor steht, aber Spannung machte sich unter den Gästen dennoch breit. Insider hatten Klappstühle mitgebracht, um in der ersten Reihe zu sitzen, falls die Bänke nicht ausreichten. Sobald die Teams ihre Ballonhüllen auslegten, der Ventilator das flache Nylongebilde mit viel Lärm in Form blies und die Gasbrenner fauchten, griff der Ballonfahrer-Virus auf Passagiere und Publikum über. Bei der Fuchsjagd dürfen die anderen Teams allerdings erst ihre Ventilatoren anschalten, wenn der "Fuchs" schon abhebt. Schnell schrumpfen dann die Zuschauer, die Transportfahrzeuge auf dem Starterfeld oder die Kirchturmspitzen von Norheim auf Spielzeuggröße. Zu einem Höhepunkt zählt das Ballonglühen, wenn die Piloten von der "Jagd" in ihren Verfolgerwagen zurückkehren. Wie magisch erheben sich dann die Mongolfieren am Waldrand und glühen auf Kommando - diesmal war Stefan Beerscht aus Harxheim der "Caller" - als überdimensionale Glühwürmchen mit Gänsehaut-Feeling und zur Henry-Maske-Auftrittsmelodie "Conquest of Paradise" flammende Bilder ins Nachtdunkel.

