Von Beate Vogt-Gladigau
Die Filtration im Kieselgurfilter ist der letzte Arbeitsgang im Weinkeller Mathern
NIEDERHAUSEN Während sich auf Grund der warmen Witterung im Weinberg die Rebknospen schon regen (siehe Artikel auf dieser Seite), entwickelt sich der junge Wein im Keller. Wir begleiten die Winzerinnen vom Weingut Mathern ein Jahr lang bei der Herstellung von Wein.
Parallel zu den Arbeiten im Wingert, wenn von Dezember bis März die Stöcke zurück geschnitten werden, erfolgt im Weingut Mathern der zweite Abstich. Der junge Wein wird von der Feinhefe abgezogen und anschließend filtriert. Der Zeitpunkt richtet sich nach dem Abfülltermin, erklärt Kellermeisterin Sabine Habenicht. Denn zwischen Filtration und Abfüllung müssen mindestens sechs Wochen ins Land ziehen, damit der Weinstein Zeit hat, sich richtig auszukristallisieren. AZ-Serie Hefen und Trubstoffe setzen sich von alleine ab. Aber meist möchte man den jungen Wein vor dem Frühjahr füllen. Dennoch: Je länger dieser Zeitpunkt hinausgeschoben wird, desto schonender kann filtriert werden, da weniger Trubstoffe in Schwebe sind und daher auch die Filterhilfsmittel reduziert werden können. Verwendet wird Kieselgur, das im Wesentlichen aus Siliziumdioxidschalen fossiler Kieselalgen besteht. Diese in der Natur vorkommende Substanz umschließt die noch schwebenden Partikel (Trubstoffe), die ausgeschwemmt werden. Die Filtration im Kieselgurfilter ist der letzte Arbeitsgang vor der Abfüllung und erfordere mit Blick auf die Dosierung viel Fingerspitzengefühl, betont Habenicht. Beim Filtriervorgang wird laufend Kieselgur in kleinen Mengen zum laufenden Weinstrom dosiert, der anschließend durch Siebe läuft, die die umschlossenen Trubstoffe zurückhalten. Nun ist jede optische Ähnlichkeit des Weins mit dem Federweißen ausgeschlossen: Er ist klar und funkelt wie später im Glas des Weinfreunds. Alle Artikel zur Serie "Mit dem Winzer durch das Jahr" unter www.az-badkreuznach.de/region/serie/winzerjahr.

