Der Heimatstadt ein Denkmal gesetzt
20.02.2012 - NIEDERHAUSEN
Von Christine Jäckel
FERNSEHSITZUNG Für „Mainz bleibt Mainz“-Sänger Stefan Persch hat sich ein Traum erfüllt / Seit 13 Jahren wohnt er in Niederhausen
Für einen echten Meenzer Bub ist es das Höchste: ein Fastnachtsakteur zu sein und das bei der Mutter aller Fernsehsitzungen, bei „Mainz bleibt Mainz, wie’s singt und lacht“. Für Stimmungssänger Stefan Persch erfüllte sich dieser Traum überraschend in der aktuellen Kampagne. „Am Freitag vor einer Woche klingelte das Telefon bei uns und dann hieß es, Sie sind dabei“, strahlt Persch im Gespräch mit der AZ.
Im goldische Meenz geboren und aufgewachsen, ist Stefan Persch (Jahrgang 1964) mit der Fastnacht groß geworden. Bei seiner Familie in der Altstadt trafen sich regelmäßig Verwandte und Freunde, um den Rosenmontagszug zu sehen und zu feiern. Zur Musik zog es ihn schon früh: „Wie das so geht, mit acht, neun Jahren ist man in den Musikverein und hat ein Instrument gelernt.“ Bei dieser bodenständig-tiefstapelnden Ansage muss man im Blick behalten, dass das Talent des Nachwuchstrompeters auch dafür reichte, am Peter-Cornelius-Konservatorium aufgenommen und klassisch ausgebildet zu werden. „Durch einen Lehrer am Konservatorium, der im Theater spielte, habe ich auch Kontakte dorthin bekommen, das fing mit Bühnenmusik an und so bin schließlich als Bandmusiker in den Fastnachtssitzungen gelandet“, erinnert sich Persch.
Seit einigen Jahren ist der traditionsreiche Karneval-Club Kastel (KCK), in dem auch Fastnachtslegende Rolf Braun aktiv war, sein Stammverein. Bei seinem Auftritt im Kurfürstlichen Schloss bei „Mainz bleibt Mainz“ traf Persch viele bekannte Gesichter wieder, aber richtig beeindruckt hat ihn die besondere Atmosphäre bei diesem Höhepunkt der Mainzer Sitzungssaison. Vom Bühnenbild bis zum Publikum ist da für einen Meenzer Fastnachter einfach alles perfekt, wie Perschs glänzende Augen verraten.
Mit seinem Stimmungslied „Meenz, Meenz, Meenz“ hat er seiner Heimatstadt ein musikalisches Denkmal gesetzt. Inspiriert haben ihn dazu Spaziergänge im Nahetal, wo er nun seit 13 Jahren zu Hause ist - den waschechten Meenzer hat die Liebe ins Naheland verschlagen.
Ehefrau Sonja und Dogge Emmi begleiten ihn zu seinen Auftritten, wann immer es geht. Und dass man bei den Perschs in Niederhausen in einer fastnachtsbegeisterten Familie ist, können Besucher sogar an Emmie erkennen, die mit Grandezza den Goldenen Fleischwurstorden trägt, den ihr die Nachbarn verliehen haben. In der Saison gibt es für Persch Wochenenden mit bis zu vier Auftritten, aber das Wort Stress fällt ihm dazu nicht ein. „Höchstens positiver, das könnte von mir aus noch vier Wochen so weitergehen“, lacht Persch, der das Jahr über mit seiner Band, den Filsbachern, sowie als Moderator und Sänger unterwegs ist und auch noch einem „Brotberuf“ als Versicherungskaufmann nachgeht.
In dieser Fastnachts-Saison hatte er gleich zwei eigene Kompositionen, dabei ist er zu der Rolle des Sängers eher zufällig gekommen. „Das hat sich bei der Arbeit mit den Filsbachern so ergeben, irgendeiner musste die Lieder eben singen“, so Persch sympathisch-bescheiden.
Das Fastnachtsfieber beginnt bei ihm wie bei allen Mainzer Aktiven schon ab Sommer. Dann finden die ersten Treffen und Besprechungen für die bevorstehende Kampagne statt. Persch schätzt vor allem, dass die Mainzer Fastnachter mit viel Professionalität zu Werke gehen. Das beflügelt den Stimmungssänger offenbar und dann werden Abende, an denen ein Auftritt in Mainz-Kastel und ein Gastauftritt in Frankfurt anstehen und man rechtzeitig zum Finale wieder beim KCK am Rhein sein muss, zu einer gern bewältigten Herausforderung. Diese Saison hat der Meenzer Fastnachter Stefan Persch einfach nur genossen, von den Sitzungen beim KCK über die Gemeinschaftssitzung in der Rheingoldhalle mit 2 500 Zuschauern bis zur Fernsehsitzung im Schloss. Natürlich wird die Saison, wie es sich für einen Meenzer gehört, mit der Teilnahme am Rosenmontagszug gekrönt.

