Leben im Wilden Westen
07.02.2012 - HOCHSTÄTTEN
Von Benjamin Hilger
DORFFASTNACHT Hochstätter erfahren vieles, was bisher verborgen war
Ein wahres Feuerwerk brannten die Hochstätter Karnevalisten in ihrer Gemeindehalle ab. Über sechs Stunden standen gute Stimmung, Humor und Witz, gepaart mit gelungenen Tänzen, im Vordergrund des Geschehens.
Der Auftakt des Abends gehörte der Garde, die mit ihrem großartigen Tanz den gelungenen Startschuss setzte. Der Garde folgend wurde es das erste Mal ernst - zumindest für jene, die Protokoller Frank Zimmer auf seinem Zettel stehen hatte. Denn nichts ist ihm entgangen, so dass auch das ein oder andere verborgen gebliebene Geschehnis aus Hochstätten doch noch an die Öffentlichkeit gelangte. Was Franky nicht erwähnte, wurde spätestens in der „Tagesschau“, die Nachrichtensprecher Hermann Spiess präsentierte, bildreich auf einer Großbildleinwand dargestellt und in Erinnerung gerufen.
Mehr Lokalkolorit bot Bernd Porth mit seiner Hommage an den „Dorfladen“. Eher mit Blick auf das politische Deutschland zog der Fastnachtsminister Thomas Dubravsky in die Narrhalla ein. Kaum ein gutes Haar ließ er an den Politikern. Ebenfalls aus dem wahren Leben hatten Manuela Herlitzius und Joachim Mucha als Ehepaar zu berichten.
Was Stadt und Land unterscheidet
Wie das Leben im Wilden Westen - oder kurz gesagt in Hochstätten ist - hatte Steffi Leonhard zu berichten. Den Unterschied des Wilden Westens zur - naja - Stadt hingegen beschrieb die Alzeyerin und zwischenzeitliche Wahlhochstätterin Simone Brand, alias die Frau Pietsch in spe. Denn, dass machte sie als „Frau aus der Stadt“ deutlich, der Umzug aus dem anonymen städtischen Umfeld in das Örtchen Hochstätten, wo jeder Schritt beobachtet wird, war zunächst nicht ganz einfach.
Urkomisch wurde es, als Robert Führer als „es Heinzje“ die Bütt’ erklomm und einen Kalauer nach dem nächsten zum Besten gab. Spätestens jetzt war auch das letzte Auge nicht mehr trocken. Im zweiten Anlauf zog Führer schließlich gemeinsam mit Bernd Porth als „Piff & Paff“ auf die Bühne. Neben Sprüchen am laufenden Band zeigten beide auch gesanglich, was in ihnen steckt. Mit eigenen Texten zu bekannten Melodien brachten sie den Saal zum Grölen. Abgerundet wurde der Auftritt durch Einlagen mit der Mundharmonika.
Doch nicht nur „Piff & Paff“ wussten musikalisch Hochwertiges zu leisten, auch der Spontanchor brachte mit vielen Stimmungsliedern, wie dem „Traum von Amsterdam“ oder DJ Ötzis „Ein Stern“ das Publikum dazu, lautstark mitzusingen. Das Gesamtbild vervollständigten zuvor verteilte Wunderkerzen, die den Saal in ein funkelndes Lichtermeer tauchten.
Vervollständigt wurde der kurzweilige, karnevalistische Abend mit Tänzen, die Männer- und Damenherzen höher schlagen ließen. Kaum zu halten waren viele der Herren im Saal, als die Showtanzgarde knapp bekleidet „Moulin Rouge“ zelebrierte. Schmachtende Männer waren das Ergebnis der gutaussehenden Damen. Ein umgekehrtes Bild spiegelte sich nach dem Tanz des Männerballetts, dessen Tänzer einen Sprung zurück in die Diskozeit der siebziger Jahre wagten und so die guten alten Zeiten wieder einziehen ließen - viele Erinnerungen an die damaligen Jahre mit inbegriffen.

