Anfänge in der Wehrmachtsbaracke
08.07.2010 - DUCHROTH
Von Beate Vogt-Gladigau
100 Jahre Der TuS Duchroth kämpfte sich durch eine wechselhafte Geschichte / Heute 300 Mitglieder
Am 12. Februar 1910 wurde der Grundstein für eine „organisierte, sportliche Tätigkeit“ gelegt, heißt es in der Chronik des TuS Duchroth. Seit 1986 ist Helmut Schmidt Vorsitzender des TuS, der aktuell rund 300 Mitglieder zählt. Für Schmidt bedeuten 100 Jahre TuS zugleich Sport, Kameradschaft und Geselligkeit im Verein. Kinder, Jugendliche und Erwachsene konnten in dieser Zeit in verschiedenen Sportarten ihren Hobbys und Interessen nachgehen. Sein hundertjähriges Jubiläum feiert der TuS vom 9. bis 18. Juli mit verschiedenen Aktivitäten.
Gegründet wurde der Verein unter dem Namen „Einigkeit“. Erster Vorsitzender war Philipp Schneider für ein Jahr, ehe Wilhelm Gauch 26 Jahre den Verein lenkte. Ihm folgten Friedrich Karl Porr, Karl Cörper, Arthur Geib und Otto Porr.
Bei der Geburtsstunde war die vordringlichste Aufgabe, einen Raum und geeignete Geräte zu beschaffen. Trotz vieler Schwierigkeiten gelang dies durch Idealismus. 1913 wurde die „Einigkeit“ in „Turnverein Duchroth“ umbenannt. Schon kurz nach dem Ersten Weltkrieg reifte der Wunsch, eine eigene Turnhalle zu bauen. Man rechnete mit 2 000 D-Mark Baukosten. Doch der Baubeginn zog sich bis 1930 hin. Eine Wehrmachtsbaracke für 500 Reichsmark diente als Zwischenlösung.
Die Sportler feierten das 25-jährige Stiftungsfest mit einem Schauturnen, ehe die Aktivitäten 1938 eingestellt und 1939 der „Turnverein Duchroth“ durch finanzielle Schwierigkeiten aufgelöst wurde.
Im August 1949 unternahmen die Sportler einen Neustart. Den neuen Namen, „Turn- und Sportverein Duchroth“ verboten die Besatzungsmächte allerdings. Erst einige Monate später ist der Vereinsname genehmigt worden. Obwohl die Gemeinde die Turnhalle nicht frei gab, gründete der TuS eine Fußballabteilung und bereicherte dadurch die Vereinstätigkeit.
Erster großer sportlicher Erfolg der A-Jugend war der Titel des Kreismeisters Rockenhausen in der Saison 1951/52. In diesen Jahren konnte auch der Sportplatz erweitert und 1955 durch ein Turnier eingeweiht werden. Doch schnell stellte sich der Platz als zu klein heraus, und der TuS kaufte 1966 ein Gelände zur Erweiterung an (20 000 D-Mark). Dieser Platz konnte 1970 beim 60. Geburtstag der Sportler eingeweiht werden. Doch schon drei Jahre zuvor erblickte die Tischtennis-Abteilung das Licht der Welt. Die 1. Mannschaft holte sich in der Spielrunde 1970/71 die Meisterschaft in der 2. Kreisklasse Bad Kreuznach und stieg in die 1. Kreisklasse auf. Doch der Siegeszug ging weiter bis zum ungeschlagenen Meister in die Bezirksliga 1981, und das Team wurde zum zweiten Mal Bezirks-Pokalsieger. Auch wirkte sich die gute Nachwuchsarbeit aus, so dass eine Jugendmannschaft an der Meisterschaftsrunde teilnehmen konnte.
Seine sportlichen Angebote erweiterte der TuS 1972 durch eine Damen-Gymnastik-Abteilung. Im gleichen Jahr beteiligte sich die Gemeinde unter der Federführung des TuS erstmals am „Fest rund um die Naheweinstraße“. Diese Veranstaltung ist bis heute fester Bestandteil im Duchrother Terminkalender.
Ein neues Kapitel wurde durch das TuS-Mitglied und mehrfachen deutschen Meister der Geher, Heinrich Schubert, aufgeschlagen, der 1981 die Leichtathletik wieder aktivierte. Besonders beim Nachwuchs stellten sich sportliche Erfolge ein. Eine weitere wichtige Station in der Geschichte des TuS war die Einweihung eines neuen Sportgeländes 1993.
Bekannt sind aber auch die Tanzgruppen des TuS, die es seit 40 Jahren gibt, und die Leichtathletik-Abteilung hat sich Pokale bis auf Bundesebene erkämpft.

