Weißwein hörbar gemacht
14.09.2011 - BAD MÜNSTER AM STEIN-EBERNBURG
Von Beate Vogt-Gladigau
KONZERT „Blanc de Noir“ reißenihre Zuhörer mit Blues, Boogie und Balladen mit
Glück hatte, wer noch Karten für den Auftritt von „Blanc de Noir“ in der Scheune des Restaurants „Alt-Ebernburg“ ergattert hatte, denn die Plätze waren schon lange vor diesem Musikereignis ausgebucht. Der mitreißende Eindruck, den „Boogiebaron“ Alexander von Wangenheim aus Neu-Bamberg und Caroline Mhlanga mit südafrikanischen Wurzeln auf Einladung der Initiative „KultuhrZeit am Stein“ am gleichen Ort hinterlassen hatten, war nachhaltig.
Huldigung an den weißen Wein aus schwarzen Trauben
Wieder gelang es dem Künstlerduo, das den weißen Wein aus schwarzen Trauben - Blanc de Noir - auch hörbar machte, sein Publikum von Anfang an mit einzubeziehen. Der Auftritt war überzeugend und mit viel Spaß und Impulsivität gewürzt. War es vor einem Jahr noch Zukunftsmusik, so konnten die Musiker jetzt verkünden: Die erste gemeinsame CD kommt auf jeden Fall noch in diesem Jahr heraus. Näheres wird auf ihrer Homepage zu erfahren sein, die natürlich blancdenoir.de lautet. Diese Domain haben sie gekauft und sich gewundert, dass sie ihnen von keinem der Winzer weggeschnappt worden war. Gut gelaunt verkündete von Wangenheim: Wer nachweisen kann, dass er zum Publikum in der Scheune gehört hatte, erhält einen Euro Rabatt auf die Scheibe.
Das Repertoire von „Blanc de Noir“ umfasste die drei großen B, Blues, Boogie und Balladen, ergänzt durch Pop und Jazz und riss die Zuhörer mit. Fetzige Boogie-Woogie-Rhythmen wechselten mit den düsteren Klangfarben des Blues oder einfühlsam interpretierten Balladen. Dem Pianist und Sänger von Wangenheim und der Stimmkünstlerin Mhlanga mit ihrer nuancenreichen Stimme gelang wieder ein Auftritt mit musikalischer Vielfalt vom unbeschwerten Genre bis zum Soul mit viel Seele.
Bei „Don’t worry be happy“ wurde das Publikum auch als „Chor“ verpflichtet, und von Wangenheim schwärmte anschließend mit trockenem Humor von einem „Engelschor“. Verbale Intermezzi gehören natürlich zum Auftritt des Duos, das auch liebevolle Plänkeleien untereinander austauschte.
„Huh!“ Das war die Reaktion der Zuhörer auf „We have get tonight“. Als „Kracher“ zum Schluss eines Sets angekündigt, war „From a Distance“ aber ein wunderschön weicher Song zum Dahinschmelzen, berührend sang ihn Mhlanga mit viel emotionaler Kraft, aber nicht schmalzig. „Wir haben diesen Song vor kurzem in der Kirche bei einer Hochzeit gesungen“, erinnerte sich von Wangenheim. „Die Braut hat geweint“, ergänzte Mhlanga. „Wir erwarten das aber nicht von Ihnen.“ Doch feuchte Augen blieben nicht aus.
Die Tasten ließ von Wangenheim bei „Remembering“ rhythmisch mit den Fingern tanzen, und bei „Route 66“ blieb niemand in der Scheune mehr still sitzen. „Let the Good Times Roll“, ein Standard des Rhythm’n Blues, „Hallelujah I Just Love Her So“ oder „My Live is A Boogie“ von der großen alten Blues-Lady Inga Rumpf gehörten ebenfalls zu dem begeisternden Programm. Übrigens: Der Auftritt von „Blanc de Noir“ im kommenden Jahr wurde noch am Veranstaltungsabend festgeklopft.

