Realschulklasse Volxheim zu Gast im Biohof
23.11.2011 - VOLXHEIM
(hja). Der beste Unterricht ist der, der ausfällt. Das kennt so mancher noch aus der eigenen Schulzeit. Der zweitbeste Unterricht aber ist der, der außerhalb des Klassenzimmers stattfindet. Und wenn dann mit dem Planwagen gefahren, ein Weinfass gefüllt, Brötchen selbst gebacken und ein leckeres Müsli zubereitet werden, dann ist das fast genauso gut wie schulfrei.
Auf Initiative des Erdkundelehrers Kay Fürstenau hatte die 5c der Realschule Bad Münster am Stein-Ebernburg die Gelegenheit, einen solchen Tag zu verbringen. Bereits zum zweiten Mal besuchte eine Klasse das Bio-Weingut Brühler Hof, das am Pilotprojekt „Lernort Bauernhof“ teilnimmt. Aber es ging nicht nur um Spaß und einen „freien“ Tag. Denn auf dem Lehrplan für die fünfte Klasse steht neben der „gesunden Ernährung“ auch das Thema „Sich versorgen im Heimatraum“. „Hier haben wir die Gelegenheit, Unterrichtsbegriffe vor Ort zu erarbeiten“, erklärt Kay Fürstenau.
Im Vorfeld wurden Vorbereitungsstunden mit den Kindern abgehalten und Fragekarten erstellt, die vor Ort von Familie Müller, den Betreibern des Weinguts, beantwortet werden sollten. Außerdem bekamen die Kinder einen sechsseitigen Fragebogen, den sie anhand der Informationen von der Winzerfamilie ausfüllen sollten.
Kaum waren die Kinder in vier Gruppen aufgeteilt, konnte es mit dem etwas anderen Unterricht auch schon losgehen. Vier Stationen galt es zu bestreiten. Angefangen bei „Vom Korn zum Brot“, wo Getreidesorten und Mehl bestimmt werden mussten. Die Kinder lernten dabei, warum Vollkornmehl so gesund ist und sie beim Brötchenbacken wahre Meisterwerke zaubern können. Aber auch die Arbeiten in einem Weinberg standen auf dem Programm. Hier wurde die Himmelsrichtung bestimmt und geschaut, welche Tiere man auf und welche man unter der Erde findet. Nicht zu vergessen das Schneiden der Reben. Hier durften die Kinder wieder selbst Hand anlegen. Allerdings dürfte der Höhepunkt die „wilde“ Fahrt im Planwagen zum Weinberg gewesen sein. „Das war wie Achterbahn fahren“, meinte Lauren begeistert. Und nachdem Isabelle die Trauben probiert hatte, will sie ihre Mutter überzeugen, ab sofort nur noch Biotrauben zu kaufen: „Die sind so süß!“
Anschließend folgte die Station „Das Arbeiten im Keller“. Die Kinder lernten verschiedene Gärungsarten kennen und durften selbst ein kleines Weinfass befüllen. Allerdings nur mit Wasser, denn nicht jede Gruppe schaffte es, die Pumpe abzustellen, bevor das Fass voll war. Bei der Station gesundes Müsli gab es dann auch was zu beißen für die Schülerinnen und Schüler, hier durften sie sich ihr eigenes Müsli zusammen stellen. „Etwas, das wir zuhause sonst nicht machen“, gesteht Moritz.
Eine Herausforderung, die nicht jeden Geschmack traf, war das Erschmecken von Säften. Holunder beispielsweise fanden einige richtig „eklig“. Verblüfft waren sie auch, als ihnen erklärt wurde, dass nicht jeder Fruchtsaft gesund ist, sondern dass man auf den Fruchtanteil achten muss.

