Notstand bei der Feuerwehr
27.01.2012 - TIEFENTHAL
Von Chrisitne Jäckel
NACHWUCHSPROBLEM Tiefenthaler Einheit kann Brandschutz derzeit nicht gewährleisten
Viel Resonanz hatte die Einladung der Verwaltung zur Einwohnerversammlung in Sachen Feuerwehrleute-Notstand nicht, aber einen Hoffnungsschimmer sahen Bürgermeister Peter Frey und Wehrleiter Bernd Vogel danach doch, dass man eine Pflichtwehr noch einmal abwenden kann.
„Tiefenthal trifft der demografische Wandel ein bisschen früher als andere, aber über kurz oder lang werden auch die größeren Gemeinden Probleme haben“, stellte Frey zu Beginn fest. Derzeit ist der Brandschutz in Tiefenthal nicht zu gewährleisten, deshalb muss die Verwaltung aktiv werden. Eine Alternative ist nicht in Sicht, da auch keine der Feuerwehren in den Nachbarorten in der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit von acht Minuten am Einsatzort sein kann.
Wehrleiter Ferdinand Götz verfügt derzeit noch über einen Trupp von drei freiwilligen Feuerwehrleuten, allerdings haben einige signalisiert, dass sie sich nicht in der Lage sehen, weiterhin Dienst zu tun. Götz hat bereits mit einer Flugblattaktion und Hausbesuchen bei dem in Frage kommenden Personenkreis versucht, neue Freiwillige zu gewinnen, bisher aber ohne Erfolg. 35 Männer und 40 Frauen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren haben laut Ortsbürgermeisterin Gerlinde Freithofer-Hohenegger ihren Wohnsitz in Tiefenthal. Diese Altersgruppe müsste bei Einrichtung einer Pflichtwehr zum Dienst herangezogen werden, erklärte Helmut Zimmermann vom Ordnungsamt. Als Ratsmitglied seiner Heimatgemeinde Altenbamberg weiß er, dass man auch dort schon eine Pflichtwehr anvisiert hat, weil es Probleme gibt, eine ausreichend starke Mannschaft aufzustellen.
Wie Wehrleiter Bernd Vogel erläuterte, wird in Tiefenthal eine Mannschaftsstärke von mindestens neun Feuerwehrkameraden benötigt. Das Ehrenamt der Freiwilligen Feuerwehrleute bedeute nicht nur Pflichten, der gemeinsame Dienst habe auch viele angenehme Seiten, die sich aus dem Vereinsleben ergäben, betonte Vogel. Wie die Frage eines Einwohners verdeutlichte, hält den ein oder anderen, der sich grundsätzlich schon zur Verfügung stellen würde, die Befürchtung, dass ihr Beschäftigungsverhältnis darunter leiden könnte, davon ab, die Ortswehr zu verstärken.
„Die Firmen erhalten einen Verdienstausfall und wir können das auch mit einem Schreiben der Verwaltung an den Arbeitgeber unterstützen“, sagte Frey. Viele Einsätze fallen in Tiefenthal nach der Statistik von Wehrleiter Götz nicht an: In den letzten 22 Jahren hat es in der Ortsgemeinde keinen Brand gegeben, hin und wieder ist ein Einsatz wegen Hochwasser fällig. Der Aufbau einer einsatzfähigen Ortswehr wird so oder so nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen sein. Bei der Freiwilligen Feuerwehr wie auch bei der Pflichtwehr müssen neue Mitglieder zunächst eine über drei Jahre laufende Ausbildung absolvieren, bevor sie als Feuerwehrmann oder -frau im Gefahrenfall eingesetzt werden können, führte Wehrleiter Vogel aus. In Tiefenthal erwarte die potenziellen Neuzugänge jedenfalls eine gute Ausstattung, eine ausreichende Wasserversorgung und ein gemütliches Kameradschaftsheim, rührte Vogel die Werbetrommel.
Auch das bereits anvisierte neue Fahrzeug, das wegen des Personalmangels zunächst zurückgestellt ist, könnte dann in einigen Jahren eingeweiht werden. Als Ergebnis der Versammlung wurde beschlossen, einen Feuerwehr-Schnuppernachmittag zu veranstalten. Am Samstag, 25. Februar, um 15 Uhr sind die Tiefenthaler Bürgerinnen und Bürger zu Schauübungen zum Brandschutz und zur technischen Unfallhilfe eingeladen.

