Bus ist Eltern „Herzensanliegen“
04.09.2010 - PFAFFEN-SCHWABENHEIM
Von Daniela Elsässer
SCHÜLERTRANSPORT Keine direkte Verbindung zur ADS
„Wir sehen darin eine grobe Ungleichbehandlung. Kinder aus anderen Landkreisen werden durchgängig befördert, aber Kinder aus dem eigenen Landkreis werden nicht hingefahren.“ - Mit diesen Worten kommentiert Ortsbürgermeister Hans-Peter Haas die fehlende direkte Schulbusverbindung von der Gemeinde zur Alfred-Delp-Schule (ADS) nach Hargesheim.
Der Hintergrund: Rund 20 Schüler aus Pfaffen-Schwabenheim müssen jeden Morgen von ihren Eltern nach Bosenheim gefahren werden, da dort der Bus zur ADS hält. So wie die Kinder von Norbert Theis. „Es ist vor allem eine zeitmäßige Belastung. Wenn ich nicht selbstständig wäre, könnte ich meinen Kindern den Besuch der Schule vielleicht nicht ermöglichen. Schließlich muss ja immer jemand frei sein, um die Kinder zu fahren“, bemerkt er. Dieses Problem kennt Sybille Fischer: „Da ich berufstätig bin, ist es manchmal umständlich, die Fahrt nach Bosenheim zu organisieren“, sagt sie. Es gäbe auch immer wieder Eltern, die keine Möglichkeit hätten, ihre Kinder zum Bus zu fahren.
„Wir organisieren dann Fahrgemeinschaften“, erklärt Ingo Demmer, dessen Tochter die ADS besucht. Allerdings sei der Aufwand nicht unerheblich. Auch aus umweltpolitischen Gesichtspunkten müsse diese Art der Organisation des Schulbusverkehrs hinterfragt werden, gibt der Ortsbürgermeister zu bedenken.
„Es gehen so viele Kinder von hier dort auf die Schule, einen Bus von Pfaffen-Schwabenheim zu starten, würde sich rechnen“, findet deshalb Vater Norbert Theis. Für Hans-Peter Haas steht ebenfalls fest, „bei dieser Schülerzahl muss sich zwingend was tun. Es ist klar, dass für vier, fünf Kinder kein Bus eingerichtet wird, aber die Zahl der Schüler, die die ADS besuchen, hat stark zugenommen.“
Die Kreisverwaltung, verantwortlich für die Schülerbeförderung, sieht das allerdings anders. „Es ist unwirtschaftlich, einen Busverkehr einzurichten, der nur die Kinder von Pfaffen-Schwabenheim nach Bosenheim bringt“, erklärt Armin Barthelmeh, zuständig für die Schülerbeförderung. Im Bereich der Grundschulen und - vor der Realschule Plus - im Bereich der Hauptschulen habe die Kreisverwaltung eine Beförderungspflicht und müsse sicherstellen, dass die Kinder zur Schule kommen, erläutert Barthelmeh. „Diese Schulen haben einen festen Einzugsbereich, da wird dann ein Schulbus eingesetzt.“ Im Bereich der Wahlschulen, zu denen die ADS gehöre, würden allerdings keine Schulbusse eingerichtet. Die Kinder müssen dann den bestehenden Linienbusverkehr nutzen. Einzige Ausnahme: die IGS Stromberg. „Als die Schule an den Start ging, wurden hier zum Teil Schulbusse eingerichtet, damit die Einrichtung überhaupt Schüler bekommt“, erläutert Barthelmeh die Besonderheiten. In der Regel würden die Schulen allerdings zu hundert Prozent im Rahmen des öffentlichen Nahverkehrs bedient.
In Pfaffen-Schwabenheim ist dafür die Verkehrsgesellschaft Bad Kreuznach (VGK) verantwortlich. „Morgens reicht die Zeit allerdings nicht, um die Gemeinde anzufahren, dann käme der Bus zu spät an der ADS an“, bemerkt Betriebsleiter Harald Weber. Derzeit konzentriert sich der Busverkehr am Morgen zunächst auf das Zentrum von Bad Kreuznach und die Schulzeiten dort. Die Busse kämen dort etwa gegen 7.45 Uhr an und würden anschließend weitere Schulen anfahren. Ein Halt im Ort sei nur möglich, „wenn wir einen Bus und einen Fahrer extra einsetzen. Und das geht nur, wenn es jemand bezahlt“, sagt er.
Dennoch - für die Eltern wäre „es ein Herzensanliegen, dass der Busverkehr geregelt wird“, sagt Norbert Theis. Und Bürgermeister Haas ist sich sicher: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Sein Vorschlag: Die Firma Nahegold mit einbinden. „Sie hat ihr Busdepot in Pfaffen-Schwabenheim. Es wäre die einfachste Lösung, mal zu fragen, ob sie morgens eine Fahrt zum Anschlussbus nach Bosenheim übernehmen können.“ Der Kreisverwaltung habe er dies bereits vorgeschlagen - und wartet seither immer noch auf eine Rückmeldung.

