Den Menschen Türen öffen
05.12.2011 - PFAFFEN-SCHWABENHEIM
Von Norbert Krupp
UNTERNEHMER DES JAHRES Malermeister Norbert Theis nimmt Auszeichnung als Ansporn
Zufrieden strahlt Malermeister Norbert Theis aus Pfaffen-Schwabenheim, als er durch die Regionalinitiative Rhein-Nahe-Hunsrück beim regionalen Wirtschaftstag in der Coface-Arena des 1. FSV Mainz 05 als „Unternehmer des Jahres“ ausgezeichnet wird (AZ berichtete). Er freue sich, dass damit sein „seit Jahren gezeigtes soziales Engagement auf vielen Gebieten“ anerkannt wurde, sagt der Pfaffen-Schwabenheimer.
„Es ist leider wieder ein Mann“, hatte Moderator Stefan Langenfeld, der zusammen mit weiteren Juroren Theis favorisiert hatte, zuvor augenzwinkernd bedauert. Theis passe aber „perfekt in das Bild“, das der Regionalinitiative von einem potenziellen Unternehmer des Jahres vorschwebe. Dieser soll die soziale Marktwirtschaft verkörpern, wirtschaftlich erfolgreich sein und sich durch einen vorbildlichen Umgang mit seinen Mitarbeitern auszeichnen. Zudem solle er „über den Tellerrand seines Unternehmens“ hinaussehen und sich sozial engagieren - nicht, um durch die Übergabe einer Spende in die Zeitung zu kommen, sondern weil es ihm am Herzen liege, vom eigenen Glück ein Stück abzugeben. All dies treffe auf Theis zu. Anlässlich seines 50. Geburtstages in diesem Jahr habe er jüngst auf Geschenke verzichtet und stattdessen um Spenden für die Sanierung des romanischen Chores in Pfaffen-Schwabenheim gebeten. „Seine Aktivitäten reichen für zehn Männer“, gestand Langenfeld beeindruckt.
Bruder Bonifatius hält Laudatio
Franziskaner-Bruder Bonifatius Faulhaber, der Unternehmer des Jahres 2010, hielt die Laudatio auf den aktuellen Preisträger: Theis führe in Pfaffen-Schwabenheim einen 1992 gegründeten Malerfachbetrieb, der sich zu einer Denkmalpflege-Werkstätte mit 30 bis 40 Mitarbeitern entwickelt habe. „Wenn ich alles aufzählen würde, wo Herr Theis im sozial-karitativen Bereich tätig ist, müsste Herr Oettinger gar nicht kommen, weil auch ich den Abend füllen könnte“, stellte Faulhaber mit Blick auf den Hauptredner des Abends, EU-Kommissar Günther Oettinger, humorvoll fest. Deshalb beschränkte er sich auf Symbole: Ein großer Schlüssel verdeutlichte, dass es Theis im privaten wie beruflichen Bereich wichtig ist, Türen aufzuschließen: „Türen aufzuschließen, damit andere Menschen auch Anteil am Leben und an Lebensqualität bekommen, die es aus eigener Kraft vielleicht nicht so könnten. Das hat mich sehr beeindruckt.“
Ein Fernglas präsentierte der Laudator, um damit zu unterstreichen, dass Theis gerade in seinem unternehmerischen Tun Weitblick bewiesen sowie Ziele und Visionen konsequent verfolgt habe. Sein Unternehmen war in Mainz an der Renovierung der Christuskirche, des Doms, des Kurfürstliches Schlosses und des Eisenturms beteiligt. Theis engagierte sich auch bei der Renovierung der gotischen Klosteranlage Pfaffen-Schwabenheim, die sich zu einer touristischen Attraktion entwickelt hat. „Viele andere soziale Aktivitäten zeichnen ihn aus, und das ist nur möglich, weil sein Privatleben und sein unternehmerisches Handeln auf einem festen Wertefundament gründen“, sagte Bruder Bonifatius.
Unter Beifall des Publikums überreichten Stefan Langenfeld und Bruder Bonifatius Faulhaber den Unternehmerpreis und einen Scheck über 5000 Euro Preisgeld an Norbert Theis. „Diese Auszeichnung bedeutet für mich eine Motivation, das weiter zu tragen, was ich schon in den letzten 30 Jahren im Ehrenamt bewegt habe. Meine Aufgabe ist es, Menschen zu begeistern. Und diese Begeisterung von heute trage ich gerne nach draußen. Dieser Preis ist nicht nur für mich, sondern für alle unsere Aktivitäten der letzten Jahre“, zeigte Theis sich bescheiden. Das Bad Kreuznacher Stadtschreiberhaus hat er vor dem Verfall gerettet - ein „Leuchtturmprojekt“, sagt er. Theis kündigte an, das Preisgeld für die weitere Sanierung der Klosteranlage zu verwenden.
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