Von Joachim Kübler
BOGENSCHIESSEN Freizeitbeschäftigung für Jedermann / Sommerfest beim Schützenverein Fürfeld
Pfeil und Bogen als Jagd- und Kriegswaffen waren über Jahrtausende ein fester Bestandteil im Leben der Menschen. Heute ist das Bogenschießen ein Sport und dient der Therapie.
Der Schützenverein Fürfeld 1972 bietet diese Sportart seit einiger Zeit an. „Bogenschießen ist eine Freizeitbeschäftigung für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren gleichermaßen und kann bei jedem Wetter betrieben werden“, so Egbert Jungk, Erster Vorsitzender.
Trainiert werden die Bogenschützen unter anderem von Madeleine Hennemann. Sie sieht den Vorteil des Bogenschießens darin, dass man sehr schnell Erfolge erzielen kann. „Andererseits erfordert der Sport aber auch Ausdauer, Übung, mentales Training und einen festen Willen, wenn man das Ziel erreichen will“, ergänzt die Trainerin. Egbert Jungk sieht auch eine Förderung der Integration, da das Training, unabhängig vom jeweiligen Leistungsstand, in der Gruppe stattfindet. Selbst Menschen mit Behinderungen können in dieser Sportart ein Zuhause finden.
„Zum Schnuppern kann man jederzeit kommen, aber einen besonderen Rahmen bietet das Sommerfest am 14. und 15. August“, so Jungk. Es wird einen kleinen Schießwettbewerb mit Bogen, Armbrust und Luftgewehr geben. Der Aufbau für einen perfekten Schuss ist eine Fokussierung auf Körper und Geist. Alles beginnt mit dem richtigen Stand und der richtigen Körperhaltung. Man spürt den sicheren Halt unter den Füßen und den Punkt, wenn die richtige Haltung erreicht ist. Wichtig ist auch die Beugung des Bogenarms. Er entscheidet mit darüber, welche Richtung der Pfeil nehmen wird. Dann der Griff an die Sehne. Die Spannung steigt im wortwörtlichen Sinne. Je nach Bogen ein richtiger Kraftakt.
Volle Konzentration und absolute Körperspannung sind erreicht. Ankern, zielen und loslassen. Der Pfeil fliegt dem Ziel entgegen - die Spannung baut sich ab.
Auch im täglichen Leben benötigt man einige der „Basics“ des Bogenschießens, um seine persönlichen Ziele erreichen zu können. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Sportart therapeutische Ansätze bietet. Bogenschießen wirkt auf Körper und Psyche und ist eine sinnvolle Ergänzung bei Jugendlichen und Kindern mit Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Diskoordination, Bewegungsmangel aber auch ADHS. Zudem werden die Rücken-, Brust- sowie Schultermuskulatur trainiert.
Angeboten wird das traditionelle „Scheibenschießen“ und „3D Jagdschießen“. Das 3D-Schießen ist ein Abenteuer in der Natur. Der Schütze muss Hänge hinauf und herab, im Stehen, kniend oder sogar liegend versuchen, das Ziel zu treffen. Ziel ist in diesem Fall ein stilisiertes Tier.
Auch bei den Bögen gibt es Unterschiede. Man unterscheidet zwischen Langbögen, Recurvebögen und Compoundbögen. Der Langbogen besteht in den meisten Fällen aus Edelhölzern wie Esche. Dieser Bogentyp ist nur einfach gebogen. Er ist die Urform des Bogens. Der Recurvebogen ist der klassische europäische Bogen. Die Zugkraft ist beim Recurvebogen fast linear ansteigend. Das heißt, beim Auszugspunkt des Recurvebogens liegt die volle Leistungskraft - im Gegensatz zum Compoundbogen - auf den Fingern.
Der Compoundbogen ist der am weitesten entwickelte Sportbogen. In Verbindung mit einer mechanischen Lösehilfe, Visier und Stabilisation kann eine sehr hohe Treffsicherheit erreicht werden. Der Compoundbogen beruht auf dem Prinzip des Flaschenzuges, so dass die Spannung des Bogens nicht kontinuierlich in den Armen aufgebaut wird.
Weitere Infos: Schützenverein Fürfeld 1972 e.V., Erster Vorsitzender Egbert Jungk, Telefon 01 75/6 47 25 65, E-Mail 1.vorsitzender@schuetzenverein-fuerfeld.de.

