Hey Man, das groovt so schön!
31.07.2010 - FREI-LAUBERSHEIM
KONZERT Die „Blues Company“ hinterlässt einen prägenden Eindruck
(st). „Blues Company“ - das ist schon fast ein Gütesiegel und steht für die langlebigste und erfolgreichste Blues-Band Deutschlands. Die gestandenen Männer mit jeder Menge Know-how und Blues in den Adern, mitreißend bereichert von den fabelhaften „Fabulous BC Horns“, sorgten beim Blues-im-Hof-Festival im Hofgut Fröhlich immer wieder für Begeisterungsstürme.
Die Musiker spielten mit viel Herzblut ihre eigene Auffassung traditioneller Musik, die auch von der Herkunft von Frontmann Todor „Toscho“ Todorovic geprägt wurde. „In der Volksmusik des Balkan steckt viel Blues drin“, erläuterte der Sänger und Komponist, dessen Eltern aus dem ehemaligen Jugoslawien kommen.
Aus deren Heimat stammen die vielfältigen musikalischen Anregungen, die „Toscho“ ebenso wie das von B. B. King oder Muddy Waters Gelernte mit viel Herzblut in „seine“ Blues Company einbringt. Er spielt nicht nur den Blues, er lebt ihn voll und ganz und geht damit eine fruchtbare Wechselwirkung mit dem Publikum ein: Das spornt mit seinem begeisterten Applaus die Band immer wieder an.
Der Mann auf der Kommandobrücke hält aber nicht nur als Gitarrist und ausdrucksstarker Sänger das Qualitätssiegel „Blues made in Germany“ hoch, sondern auch als Entertainer: Er untermalt seine eingängigen Refrains mit ausdrucksstarker Mimik, elektrisiert mit Soli auf seiner Gitarre, verzaubert mit seiner markanten dunklen Stimme und plaudert locker mit seinem Publikum: Dass er als erklärter Winterhasser den Sommer fantastisch findet und gerne in seinem Stammcafé auf dem Marktplatz in Osnabrück sitzt, wo er - Handy sei Dank - öfter sein Sommerbüro aufschlägt, aber auch gerne die Leute beobachtet oder sich Gedanken über aktuelle Strömungen macht. Nachdenkliche Worte hierzu finden sich auf nahezu jedem Blues-Company-Album, und auch beim Live-Auftritt in der urigen Scheune entwickeln sich beim „Cappuccino am Markt“ etwa Gedanken über die Finanzkrise und den Mammon, die dann in „Slaves To The Money“ münden, eine musikalische Parabel, wie der Mensch zeit seines Lebens ans Geld gefesselt und dessen Sklave ist.
Das Programm beeindruckt durch seine Vielfalt und einen bewährten Stilmix vom knackigen Chicago-Blues und New- Orleans-Sounds über anrührende Balladen, Funk und eine Prise Soul bis zu Jazz-Grooves und frischen Sounds, mit dem Blues Company gerne experimentiert. Im Mittelpunkt standen Songs vom neuen Album „O’Town Grooves“, das gerade den Preis der deutschen Schallplattenkritik in der Kategorie Jazz & Blues bekommen hat.
Eine besondere Ehrung wartet auch auf den „unverbogenen Blues Man“: Todor Todorovic bekommt beim Bluesfestival in Lahnstein den nach Louis Armstrong benannten „Blues-Louis“ verliehen, mit dem in der Vergangenheit Bill Ramsey, Klaus Doldinger, Fritz Rau oder Bill Wyman für ihre Verdienste um den Blues gewürdigt wurden.
Von der Musikscheune, wo die Blues Company erstmals gastierte, war der weit gereiste Künstler restlos begeistert: „Das spricht mich tierisch an, es klingt fantastisch, und das Publikum ist sehr fachkundig und geht begeistert mit,“ schwärmte Todorovic.

