Montag, 13. Februar 2012 00:13 Uhr
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Allgemeine Zeitung

Stadt Bad Kreuznach 

Der kleine Aßchaba kann wieder atmen

07.07.2009 - BAD KREUZNACH

INTERPLAST Kind aus Tschetschenien operiert

(red). Aßchab kann wieder aufatmen. Die Behandlung seiner Riesengeschwulst ist erfolgreich verlaufen. Das teilt der Interplast-Arzt Dr. André Borsche mit.

Seit vier Monaten ist der 18 Monate alte Aßchab aus Grosny in Bad Kreuznach. Dank der guten Beziehungen zu Tschetschenien hatte der Bad Kreuznacher Honorargeneralkonsul Alex Jacob den Hilferuf der verzweifelten Mutter an André Borsche weitergeleitet und eine Einreise nach Deutschland diplomatisch ermöglicht: der kleine Aßchab leidet an einem Riesenhämangiom, einem gutartigen Blutschwamm, der aber in kürzester Zeit auf Fußballgröße angewachsen war und die Atmung des Kindes bedrohte.

Mehrere Therapieversuche, zuletzt in Moskau, brachten wegen des hohen Blutungsrisikos des Tumors keinen Erfolg.

Die Kernspintomographie im Bad Kreuznacher Diakonie- Krankenhaus zeigte dann das ganze Ausmaß des Tumorgeschehens: daumendicke Gefäße durchzogen die Wange des Kindes und reichten bis tief in den Rachen - "unmöglich sie operativ zu entfernen, ohne das Leben des Kindes zu gefährden", so Borsche.

Glücklicherweise zeigten gerade jetzt Forschungsergebnisse aus Frankreich, dass ein altbekanntes Herzmedikament (Propanolol) überraschend auch auf kindliche Hämangiome wirkt. Unter Leitung von Dr. Christoph von Buch, Chefarzt der Kinderabteilung, erfolgte daraufhin die medikamentöse Behandlung von Aßchab und "wie durch wundersame Hände", so Borsche, wurde die Riesengeschwulst langsam kleiner.

Innerhalb von drei Monaten war der Tumor so weit geschrumpft, das eine operative Teilentfernung möglich wurde. André Borsche freute sich, dass die dreistündige Operation weder mit einem Blutverlust noch mit einer Schädigung des Gesichtnervens einherging, sondern vollkommen problemlos für den jungen Patienten verlaufen war. Eine verbliebene Restschwellung der Wange soll nun in Grosny weiter medikamentös behandelt werden und bedarf in rund einem Jahr noch einmal einer plastisch-chirurgischen Korrektur.

Aßchabs Mutter ist vollkommen beeindruckt von der Hilfsbereitschaft, die ihr in Bad Kreuznach entgegengebracht wurde. Die beiden fanden bei den Diakonissen im Mutterhaus der Diakonie ein Zuhause und Tamara Naumann dolmetschte und kümmerte sich liebevoll um Mutter und Kind.

Finanziell getragen wurde diese Hilfsaktion von der "Aktion Augenlicht" mit Unterstützung von der Firma Eibeck sowie von Interplast, Sektion Bad Kreuznach.


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