Von Dirk Waidner
Rund 150 Immigranten lernen Deutsch / Scheck vom Rotary-Club
Eine wichtige Voraussetzung für die Integration von Immigranten ist das Beherrschen der deutschen Sprache. Deshalb bietet das Pfarramt für Ausländerarbeit über die Evangelische Erwachsenenbildung Sprach- und Alphabetisierungskurse an.
Zielgruppe sind solche Ausländer, die an den staatlichen Kursen nicht teilnehmen dürfen, da sie beispielsweise mit ihrem Asylantrag noch in einem schwebenden Verfahren stecken. Insgesamt laufen zurzeit 20 Kurse, an denen rund 150 Personen teilnehmen. Da der Frauenanteil mit 85 Prozent sehr hoch liegt, werden einzelne Kurse als Maßnahme zur Förderung von Frauen durch Landesmittel finanziert. Weitere Fördermittel kommen aus dem Programm "Los - Soziale Stadt" und dem Landesprogramm "Mama lernt Deutsch". Die Evangelische Erwachsenenbildung ist aber auch auf Spenden angewiesen. So unterstützt der Rotary-Club Bad Kreuznach-Nahetal mit 1 500 Euro einen Alphabetisierungskurs in Waldböckelheim, da die Teilnehmer sonst mit hohem Aufwand in die Kreisstadt gebracht werden müssten. "Eines unserer Hauptprojekte in diesem Jahr ist das Thema Integration. Deshalb lag es uns am Herzen, für die Sprachförderung der Migranten etwas zu tun", erklärt Präsident Otto Angebrandt. Von anfangs zwölf Teilnehmern ist der Kurs in Waldböckelheim auf acht geschrumpft, die anderen haben einen Arbeitsplatz gefunden. Die Teilnehmer könnten meist schon ganz gut Deutsch sprechen, aber sie hätten Schwierigkeiten mit Orthographie und Grammatik. "Alle sind sehr motiviert und unsere Stunden gehen immer länger als geplant", berichtet die Kursleiterin Ludmilla Weinberger. Ausländerpfarrer Siegfried Pick schwebt ein Computerzentrum zum Erlernen der Sprache vor. "Das würde gut passen, damit die Leute eigenständig auf dem PC weiterlernen können". Für einen Raum und die Ausstattung seien allerdings öffentliche Geldgeber nötig, hofft er auf Unterstützung für das Projekt, das er nächstes Jahr angehen will.

