Großes Blues-Kaliber
10.01.2011 - BAD KREUZNACH
Von Dirk Waidner
DUDELSACK Die Trierer „32/20“-Bluesband feiert Rory Gallagher
Blues und Rock vom Feinsten bot die „32/20 Blues Band“ 150 Zuhörern im vollgepackten Dudelsack. Das Konzert in der Musikkneipe war in erster Linie dem 1995 verstorbenen irischen Gitarristen und Liedermacher Rory Gallagher gewidmet.
Mit seinen damals 47 Jahren war Gallagher bei seinem Tod schon längst zur Legende geworden. Sein virtuoses Gitarrenspiel und die melancholischen Texte hatten ihn zu Beginn der Siebziger Jahre in ganz Europa berühmt gemacht. Legendär ist das 1974 Live-Album „Irish Tour“, das die 32/20 Blues Band im zweiten Teil ihres Gigs nahezu komplett durchspielte.
Lediglich das letzte Stück „Stompin‘ Ground“ wurde ausgelassen. Dafür bauten sie in der Mitte das nur im zugehörigen Film zu hörende „Goin‘ to my Home Town“ ein - keine schlechte Entscheidung. Als Zugaben bekam das begeisterte Publikum dann noch den „Bullfrog Blues“ und abschließend „Voodoo Child“ von Jimi Hendrix dargeboten. Vor der Pause präsentierte die vierköpfige Band eine Mixtur eigener Songs und solchen auserwählter Blues-Gitarristen wie Albert Collins.
Ihren Namen leiteten die Musiker übrigens vom „32/20 Blues“ ab, in dem Robert Johnson 1936 das Kaliber einer Waffe besang. Damit zeigt sich schon, dass die vier Moselaner, die in der Nähe von Trier beheimatet sind, ihre Wurzeln im rauen Texas-Blues sehen.
Lokale Verstärkung auf die Bühne geholt
Entsprechend interpretieren sie viele Songs auch etwas rockiger, anstatt nur das Original nachzuspielen. Bei manchen Songs spielt aber auch der Rockabilly hinein, sodass eine abwechslungsreiche Mischung gefunden wird. Für zwei Lieder holte sich die Band dann sogar noch Kreuznacher Verstärkung auf die Bühne. „I‘m ready“ und „Shuffle jam“ vollendete Mario „Smoley“ Lobuscher mit seinem Mundharmonika-Spiel. Ansonsten brilliert vor allem Gitarrist Heiko Wilhelmus, der gleich mit vier Gitarren und einer Mandoline ausgerüstet antritt.
Darunter natürlich eine Fender Stratocaster in der Farbe sunburst, wie sie Gallagher Zeit seines Lebens spielte. Wilhelmus beherrscht sein Instrument nach allen Regeln der Kunst und zelebriert auch das Slide-Spiel mit dem bottleneck technisch einwandfrei.
Kongenial ergänzt wird er vom zweiten Gitarristen Thomas Neukirch, der aber mit seiner charakteristisch rauchigen Stimme in erster Linie für den markanten Gesang zuständig ist. Schlagzeuger Benjamin Krämer und Bassist Ingo Neukirch sorgen in der Rhythmus-Sektion für den richtigen Groove und vervollständigen so den niemals glattgebügelten und immer authentischen Sound der 32/20 Blues Band, die im Dudelsack nicht zum ersten und sicher auch nicht zum letzten Mal für Furore sorgte.

