Vom Drahtesel aufs E-Bike
20.09.2010 - BAD KREUZNACH
STADTRADELN Ab heute treten Kreuznacher bei bundesweitem Wettbewerb in die Pedale / Wenig Resonanz bei Auftaktveranstaltung
(st). Ab heute können Bad Kreuznacher in einem dreiwöchigen Aktionszeitraum in die Pedale treten und beim bundesweiten „Stadtradeln“-Städtewettbewerb etwas für den Klimaschutz, die eigene Wellness und den Geldbeutel tun. Die Kilometer werden in einem Internetportal eingetragen, es winken für die Stadt eine bundesweite Auszeichnung und ideelle Preise.
Der Auftakt auf dem Eiermarkt als kleiner „Appetitanreger“ hatte allerdings nur geringe Resonanz erfahren. Eigentlich hätte der Aktionstag bis 16 Uhr dauern sollen, aber schon kurz nach zwölf Uhr bauten der Radservice der kreuznacher diakonie und ein Fachgeschäft ihre Stände mit Leihrädern und E-Bikes ab, weil fast nichts los war. Einzig die Fahrradrikschas waren unermüdlich im Einsatz, fuhren weiter im Pendelverkehr zum Bauernmarkt, wo sie das einzige Verkehrsmittel waren, das noch gut durch kam.
„Das ist schon frustrierend“, gab Thomas Fischer vom Koordinationsbüro der Stadtverwaltung zu. Das Problem: Die ganze Aktion war mit heißer Nadel gestrickt worden und musste binnen drei Wochen organisiert werden. So konnte dieser Aktionstag nicht auf den Kornmarkt ausgerichtet werden, wo er laut Fischer auch wegen der Laufkundschaft hingehörte: Dort war an diesem Tag eine Autoausstellung, ein anderer Termin kam wegen des Zeitrahmens nicht in Frage.
Auch der Fahrrad-Flohmarkt fand nur wenig Resonanz - sowohl was Anbieter als auch Käufer anging. Eines der wenigen Räder bot Monika Stoll an, die auf ein E-Bike umgestiegen ist. In der Kur hatte sie sich ein Elektrorad gemietet und war davon so begeistert, dass sie sich zu Hause sofort ein solches Bike kaufte und es auch kräftig nutzt: Zusätzlich zu den Radtouren, die sie am Wochenende gerne mit der Familie unternimmt, radelt die Guldentalerin jetzt auch täglich zur Arbeit nach Bad Kreuznach oder zum Einkaufen nach Bretzenheim, was sie sonst wegen des Anstiegs an der Eremitage nie gemacht hatte. Auch ausgedehntere Touren durch die idyllische Weinbergslandschaft hat sie schon unternommen: „Da hätte ich sonst schieben müssen“, denkt sie an die teils steilen Anstiege. Ihr E-Bike möchte sie nicht mehr missen. Ob sie beim Stadtradeln mitmacht und sich anmeldet, weiß sie allerdings noch nicht: „Es kommt jetzt die Jahreszeit, in der man wegen der Witterung vielleicht nicht mehr täglich fährt“. „Jeder Kilometer zählt“, ermunterte Koordinator Fischer, dass man sich auch anmelden sollte, wenn man vielleicht nur zwei oder dreimal fährt. Er hofft, dass die Kreuznacher trotz des nicht gerade optimalen Auftakts ab Montag engagiert bei „Unsere Stadt fährt Rad“ mitmachen und hält noch ein Bonbon bereit: Beim Radservice der kreuznacher diakonie gibt es im Aktionszeitraum für Mitmacher zehn Prozent Nachlass auf Mietfahrräder und auf Fahrradinspektionen. Um die Werbetrommel zu rühren, soll es Anfang der Woche ganz kurzfristig noch eine Sternfahrt, angeführt von OB Andreas Ludwig, geben.

