Integration braucht Sicherheit
06.09.2010 - BAD KREUZNACH
Von Marieke Jörg
ARBEITSWELT Betriebe der Region präsentieren sich bei Markttag der Diakonie
„Integrativ - Regional - Fair“ war das Motto des diesjährigen Markttages, zu dem die Integrationsbetriebe der „kreuznacher diakonie“ eingeladen hatten.
Neben den Informations- und Verkaufsangeboten, etwa dem Weltladen, dem Backhaus Lüning oder dem Internationalen Bund (IB) Bad Kreuznach, hatten sich Vertreter von Integrationsfirmen sowie Werner Reiter vom Integrationsamt zu einer Talkrunde eingefunden. Moderiert von Joachim Storck, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der Integrationsfirmen, berichteten sie von Aspekten ihrer Arbeit.
Diese müsse in besonderem Maße auf die Bedürfnisse jener abgestimmt werden, die oft nur schwer in den normalen Betrieb integriert werden könnten, betonte Reiter. Ingeborg Diekmann vom IB, der seit dem Jahr 2006 Schulen und Kindergärten mit gesundem Essen beliefert, sah die Gründung eines Integrationsbetriebes damals als Notwendigkeit. Nachdem die Arbeitsagentur Zweifel an der Vermittelbarkeit Behinderter ins Arbeitsleben geäußert hatte, „musste ein Umdenken stattfinden“, erklärte sie. „Darum haben wir uns entschieden, selbst Arbeitsplätze zu schaffen. Begonnen haben wir mit vier Behinderten, heute sind es fünfzehn.“ Dies nahm Christina Pulcher zum Vorbild, deren Integrationsbetrieb Brauwerk nach seiner Eröffnung am Donnerstag noch in den Kinderschuhen steckt: Sie hoffe, auf einem der nächsten Markttage ein ebenso positives Fazit ziehen zu können.
Auch Rüdiger Schmidt (Rockenhausener Integrationsbetriebe), Mathias Barth (Lack Barth) und Berthold Sommer (Integrationsbetriebe kreuznacher diakonie) äußerten sich positiv. Sommer betonte jedoch, dass man die Fälle individuell betrachten müsse und sie nicht „in Gruppen abfrühstücken“ könne.
Sven Bürstlein, der selbst vor zehn Jahren die Initiative ergriffen hatte und trotz seiner psychischen Behinderung einen Platz im Arbeitsleben fand, lobte das Konzept der Integrationsbetriebe. Trotz der zumeist positiven Resonanz bestehen jedoch Problematiken. Bürstlein hoffte auf eine bessere Kommunikation zwischen Beschäftigten und Kunden, um Vorurteile aus dem Weg räumen zu können. Barth äußerte zudem den Wunsch nach weniger Bürokratie. Insgesamt forderten die Vertreter der Betriebe mehr Planbarkeit und Sicherheit bei den Zuschüssen, die im vergangenen Jahr eine Kürzung erfahren hatten.

