„Geplanter Stellenabbau nicht nachvollziehbar“
13.07.2010 - BAD KREUZNACH
Von Christine Jäckel
AKTIONSTAG Gewerkschaftsvertreter und Auszubildende informieren in Bad Kreuznach über Situation bei der Firma Delphi
200 Beschäftigte des Automobilzulieferers Delphi in Langenlonsheim sollen bis Jahresende ihren Arbeitsplatz verlieren, außerdem hat das Unternehmen einen Ausbildungsstopp ab 2011 angekündigt. Darauf machten Gewerkschaftsvertreter und Auszubildende am Samstag am Infostand in der Mannheimer Straße aufmerksam.
Befürchtung: Standort verliert Bedeutung
Wenn von den insgesamt 520 Mitarbeitern des US-amerikanischen Konzerns am Standort Langenlonsheim 200 gehen müssten, wird der Standort seine Bedeutung verlieren und auf lange Sicht nicht mehr zu halten sein, so die Befürchtung der Belegschaft. Die Geschäftsleitung von Delphi hat den Abbau von 130 internen Mitarbeiterstellen und 70 Leiharbeiter-Stellen damit begründet, dass sie die Herstellung eines Produktes nach Mexiko verlagern wird, erläuterte Betriebsratsvorsitzender Reinhold Schug. Die Eröffnung, dass der Standort Langenlonsheim keine Zukunft mehr haben soll, ist für die Gewerkschafter um so weniger nachvollziehbar als man aus ihrer Sicht derzeit eine gute Auftragslage verzeichnet. Die IG Metall will deshalb durch die Technologie Beratungsstelle Rheinland-Pfalz (TBS) die Angaben der Unternehmensleitung zur Geschäftslage prüfen lassen, sagte Sekretär Ingo Petzold.
Ihre „Operation Übernahme” setzten die Azubis von Delphi beim Aktionstag fort: Sie streiten dafür, dass der Konzern, der weltweit etwa 100 000 Mitarbeiter beschäftigt, seiner Verpflichtung nachkommt und weiterhin ausbildet.
„Delphi ein guter Ausbildungsbetrieb“
Gewerkschafter und Mitarbeiter stellen Delphi ein gutes Zeugnis als Ausbildungsbetrieb aus und ohne Ausbildung keine Zukunft, ist die nachvollziehbare Befürchtung. „Es wäre falsch, bei der Jugend zu sparen“, unterstrich Inga Walper, Jugendvertreterin bei Delphi und Mitglied des Ortsjugendausschusses der IG-Metall Bad Kreuznach, die Bedeutung der 37 Ausbildungsplätze in der Langenlonsheimer Niederlassung.
Am Freitag, 13. August, veranstaltet der Deutsche Gewerkschaftsbund gemeinsam mit der IG Metall ein Fest der Solidarität unter dem Motto „Eine Region steht auf“. Feiern will man dabei das bisher Erreichte, den für die Sanierung der Firma Hay in Bockenau und Bad Sobernheim gefundenen Kompromiss. Außerdem will man dabei weiterhin über die Situation von Unternehmen wie Delphi informieren, die in ihrem Bestand gefährdet sind.

